Montag, 9. August
Um 3:30 Uhr trifft Monika ein. Die Hilde ist schon reisefertig. Leinen los. Mit Motor + Fock fahren wir auf dem Götaalv, grösstenteils durch Industriegebiet, die erste Etappe des Trollhätte Kanal hinauf.
Um 7 Uhr erreichen wir unser Ziel, Kungälv. Wahrzeichen und Hauptattraktion ist Bohus, eine Festungsanlage aus dem 17. Jahrhundert. Auf einer kleinen Insel mitten im Fluss gelegen soll die Burg immer wieder belagert worden sein, aber nie eingenommen.
Auf einem kleinen Kanal fahren wir vorsichtig zum Hafen. Es ist tief genug. Aber die Strömung macht uns beim Anlegen Probleme. Immer wieder treibt es uns auf den letzten Metern quer an die Pfähle. Nach dem 5. Versuch gibt Alfred auf....Auf der andern Seite des Stegs, gegen den Strom klappt es dann.
Adrenalin macht hungrig. Es gibt feinen Fisch (Rotzunge) mit Romsäs und Gschwellti.
Dienstag, 10. August
Erst eine kleine Joggingrunde um die Burg, dann gibt’sFrühstück.
Um 9:10 Uhr legen wir ab. Wir segeln mit achterlichem Wind und kommmen gut voran. Gegen den Strom machen wir 5 kn.
Die erste Schleuse bei Lilla Edet ist zwar noch etwas aufregend. Aber dann wissen wir wie’s geht. Wir schaffen es gerade noch rechtzeitig zur letzten Schleusung bei Trollhättan. 4 Schleusen nacheinander. Um 8 Uhr machen wir an der oberen Schleuse in Ackersjö fest.
Noch ein paar technische Daten zum Trollhätte-Kanal: 82 km lang, 6 Schleusen, 44m Höhenunterschied. Im Gegensatz zum Götakanal wird der Kanal nicht nur für die Sportschiffahrt genutzt, sondern vorallem von Frachtschiffen.
Mittwoch, 11. August
Regen tropft auf die Persenning. Wir drehen uns noch mal im Schlafsack um. Die heutige Etappe können wir gemächlich angehen, 11 sm, 1 Schleuse und 4 Brücken.
Im Gästehafen von Vänersborg machen wir einen „Boxenstop“: Benzin, ICA Supermarkt, Mittagessen. Noch ein paar Meilen, dann sind wir in Grönvik. Ein kleiner Gästehafen im Grünen ganz für uns allein. Die Sonne kommt durch die Wolken. Joggen, Heidelbeeren sammeln, ein kühles Bad ....bbrrhh! WC und Dusche gibt’s auf dem nahen Campingplatz. Nachtessen: Lauchrisotto mit Chorizzo.
Donnerstag, 12. August
Nach einer warmen Dusche geniessen wir ein Frühstück Deluxe mit feinen Kanelbullar (Zimtschnecken), Joghurt mit Heidelbeeren...mmmmmhhhh FEIN!
9:00 Uhr Leinen los. Die Sonne scheint: Eine leichte Brise weht, leider aus der falschen Richtung. Wir motoren über den Vänernsee - grösster See Schwedens und drittgrösster Europas- und durch den Ekens Skärgard zu unserm Ziel Läckö. Der Gästehafen liegt idyllisch direkt unterm dem imposanten Schloss. Jogging, Schlossbesichtigung und dann ein Bad!!
Freitag, 13. August
Ostwind. In der Nacht noch ziemlich kräftig, heute Morgen hat er nachgelassen. Rauhe See, kurze Wellen. Wir dümpeln mit Motor gegenan und machen gerade mal 2 Knoten. Das kann ja heiter werden. Zum Glück dreht der Wind ein bischen. Mit Motor und Segel geht’s dann recht flott voran. Ziel ist Sjötorp. Hier beginnt bzw. endet der Götakanal.
Als wir in Sjötorp eintreffen, geht die Schleuse gerade auf. Josefina, die schöne Schleusenwärterin, kassiert die Schleusengebühren - Übernachtung, WC, Dusche, Waschmaschine, etc in den Gästehäfen ist eingeschlossen- und gibt noch ein paar Tipps für stressfreies und sicheres Schleusen. Nach der 2. Schleuse machen wir im Gästehafen von Sjötorp fest. Gerade noch rechtzeitig, bevor das Gewitter loslegt..... es blitzt und donnert....zum Fürchten.
Samstag, 14. August
Götakanal: 190 km mit 58 Schleusen und 50 Brücken warten auf uns. Bei Schleuse no. 8 hören wir auf zu zählen. Wir haben Glück, die Hauptsaison ist vorbei. Keine Wartezeiten und viel Platz. Oft sind wir allein in der Schleuse. Übrigens SchleusenwärterIn ist ein begehrter Ferienjob für Studenten.
Am Morgen ist es noch grau in grau. Später kommt die Sonne durch.
In Hajstorp gibt’s einen Glacé-Stop. Weiter geht’s, im Kielwasser eines Kanalschiffs haben wir freie Fahrt - alle Brücken sind offen. Wir gleiten mit knapp 5 Knoten. Vorbei an Wald, Wiesen, Kühen auf der Weide, Getreidefeldern erreichen wir Vassbacken, Campingplatz und Gästehafen im Grünen.
Sonntag, 15. August
9:30 Uhr Leinen los. Der Kanal ist eng und kurvig und führt durch lichten Wald und Weiden. In Tatorp haben wir den höchsten Punkt erreicht – von nun an geht’s bergab. Die Schleusentore müssen von Hand bedient werden.
Auf dem Viken bläst eine frische Brise. Wir kreuzen erst mit Fock und Motor. Dann setzen wir das Gross. Geschwindigkeitsrekord 7 Knoten! Nach der Brücke bei Brosundet geht’s eng an alten verfallenen Treidelmauern vorbei durch den Spelnäsetkanal und schon sind wir in Forsvik bei der ersten Abwärtsschleuse – bubi einfach! Über den Botten kommen wir nach Karlsborg. Schöner Gästehafen, schöner Platz längsseits am Steg. Wir kaufen Benzin und Lebensmittel. Nachtessen: Couscous mit Ratatouille.
Montag, 16. August
Heute geht’s über den Vättern, den zweitgrössten See Schwedens. Der Wetterbericht meldet kräftigen Ostwind. Zum Glück kommt er dann aus NO. Hart am Wind segeln wir 17 sm bis Motala. Dort machen wir einen Boxenstop: Einkaufen & Z’Mittag, Couscous-Ratatouille Reste.
Weiter geht’s. Der Kanal führt durch eine Baumallee. Wir passieren die Schleusentreppe (5 Schleusen) von Borenshuilt. Hier wurde im Kriminalroman Die Tote im Götakanal von Maj Sjöwall und Per Wahlöö, die Leiche einer Frau im Schleusenbecken gefunden.
Mit Motor fahren wir über den Boren bis Borensberg. Der Weg über den See zieht sich in die Länge. Um 7 Uhr legen wir in Borenberg an. Nieselregen.
Dienstag, 17. August
Blick zum Himmel: grau. Der Wetterbericht meldet für den Nachmittag mehr Regen & Gewitter. Da machen wir besser heute eine kurze Etappe. Bis Berg sind es 12 sm.
Landschaftlich schöne Strecke. Blick auf den Motala Fluss und seine seenartige Ausbuchtungen. Und, kaum zu glauben,10 sm ohne Schleusen!!
Nach 2 Doppelschleusen machen wir im Gästehafen von Berg fest. Gerade rechtzeitig vor dem nächsten Gewitterschauer.
Die Schleusentreppe mit 7 Schleusen, in denen die Boote den Höhenunterschied von ganzen 18,8 Metern zwischen Kanal und dem See Roxen überwinden, sind die grösste Sehenswürdigkeit und locken im Juli täglich Tausende von Besuchern. Hier gibt es Restaurants, Cafés, Minigolf und einen Riesenparkplatz. Jetzt im August ist nichts mehr los. Im Gästehafen liegen nur ein paar Boote. Wir gehen einkaufen und Berg ansehen. Das Dorf selbst bietet aber, ausser einem ICA Supermarkt, keine Sehenswürdigkeiten.
Mittwoch, 18. August
6:00 Uhr Tagwache. Strahlend blauer Himmel. Schnell einen Kaffee, dann joggen wir im Sonnenschein dem Kanal entlang.
Kurz vor 9 Uhr stehen wir vor der Schleuse. Wir schleusen zusammen mit einer jungen Familie (Papa, Mama (schwanger) & 4-jähriger Sohn. Von ihnen bekommen wir den Tipp „Capella Ecomenica“.
Über den Roxen kommen wir nach Norsholm. Lunch-Picknick im Gästehafen.
Es sieht bedrohlich nach Gewitter aus. Vor Söderköping müssen wir nochmals 8 Schleusen und eine Brücke passieren. Wir erreichen die Brücke gerade noch rechtzeitig für die letzte Öffnung um 18:00 Uhr, um nach Söderköping zu kommen. Einkaufen.
Der Koch bekommt frei, wir holen uns eine Pizza. Anschliessend parkieren
wir nochmal um und verholen in eine Box mit Stromanschluss.
Donnerstag, 19. August
Heute Morgen hat es Nebel und ist grau. Joggen, Duschen, Frühstück. Anschliessend nochmal aufs Aussichtskänzeli mit Blick auf Söderköping.
Um 11:30 Uhr passieren wir bei Mem die letzte Schleuse. Heute ist der letzte Tag mit regulären Öffnungszeiten. Ab morgen muss man sich anmelden und im Konvoi fahren.
Es regnet, regnet und regnet....
Kurzer Boxenstop in Stegeberg zum Tanken.
Wir legen im Regen an der Insel „Capella Ecomenica“ an. Ein Bootssteg ganz für uns allein. Wir lassen uns die Kapelle zeigen und geniessen einen grandiosen Ausblick. Es hat aufgehört zu regnen und die Sonne blinzelt durch die Wolken.
Freitag, 20. August
Zum Abschied lassen die beiden Hüter der Kapelle die Glocken läuten.
Die Sonne scheint und eine leichte Brise weht von achtern. Eine gute Gelegenheit den Spinnaker auszuprobieren.
Wir passieren Oxelösund. Wieder Schärensegeln vom Feinsten. Im Aspöfladen, eine gut geschützte Bucht im Stendörren Naturreservat, machen wir fest. Nach etwas Züpfeln und einmal Umparkieren liegen wir optimal windgeschützt.
Samstag, 21. August
Jogging. Über kleine Brücken erkunden wir das Festland. Ein „Naturum Museum“ informiert über das Naturreservat. Anschliessend ein Bad und Frühstück.
Um 10:30 Uhr legen wir ab. Unser Nachbar hat uns noch ein paar Tips gegeben für gute Ankerplätze auf dem Weg nach Södertälje.
Guter Wind. Wir kommen gut voran.
14:00 Uhr: schwarze Wolken am Horizont, es donnert, der Wind nimmt zu. Wir bergen sicherheitshalber das Gross und fahren mit Volldampf Arkholmen an. Vielleicht schaffen wir’s bevor das Gewitter loslegt? Leider nicht. Wir legen auf der Nordseite gut geschützt an einem Bootssteg eines Segelclubs.
Auf dem Nachbarboot gibt’s ein traditionelles Krebsessen mit Lampions, Girlanden, Partyhüte und bunten Schürzen, und feuchtfröhlich mit Gesang, Bier und Schnaps.
Wir erkunden die Insel und finden ein paar Preisel- und Heidelbeeren.
Sonntag, 22. August
9:30 Uhr mit einer frischen SW Brise fahren wir Södertalje entgegen. Wald und Landwirtschaftsland links und rechts des Hallsfjörden. Keine Schären mehr.
2:15 Uhr kommen wir in Södertalje an. Nur wenige Boote im Gästehafen. Der Wetterbericht im Hafenbüro ist noch von letzter Woche. Die Saison ist vorbei.
Montag, 23. August
9:30 Uhr: Die Schleuse geht auf. Wir machen einen Blitzstart und hätten fast die „Dicke Berta“ übersehen, die in die Schleuse einfährt.
Wir passieren die Schleuse und erreichen nach ca. 1 Stunde Fahrt auf dem Södertljekanal den Mälarensee. Der Mälaren ist nach Vänern und Vättern der drittgrösste See Schwedens. Mit den dicht bewaldeten Ufern erinnert uns die Landschaft an die Masuren.
Petrus und Rasmus meinen es gut mit uns. Sonne, blauer Himmel mit ein paar dicken tiefliegenden Wolken. Der Wind kommt aus SW (West war vorhergesagt) und wir können mehr Segeln, als erwartet.
Die Brücke bei Stallarholmen erreichen wir eine Viertelstunde zu spät. Die Wartezeit wird versüsst mit einer Glace aus dem ICA-Laden.
Traumhafte Abendstimmung und spektakuäre Kulisse mit Dom bei der Einfahrt nach Strängnäs. Vorher müssen wir aber noch eine Brücke passieren. Monika drückt wieder den Knopf „Brukvarten“. Schriller Klingelton, dann meldet sich der Brückenwärter über den Lautsprecher und sagt/fragt etwas auf Schwedisch. M. ist ganz verdattert und für einen Moment sprachlos.....
Wir machen im Gästehafen fest, zentral mitten in der Stadt gelegen.
Dienstag, 24. August
Wetter grau in grau und Nieselregen. Wir gehen trotzdem joggen. Danach gibt’s eine warme Dusche und Frühstück. A. geht einkaufen. M. macht das Boot ablegebereit.
Um 10:30 Uhr legen wir ab. Erste Wolkenlücken und Sonnenstrahlen. Auch mit dem Wind können wir zufrieden sein.
Gegen 14 Uhr ziehen wieder dunkle Wolken auf. Regenschauer und Sonnenschein. Regenbogen und dramatische Farben zwischen Himmel und See.
Am Ende des Granfjärden nehmen wir die Segel runter. Es rumpelt bedrohlich und schwarze Gewitterwolken ziehen auf. Wir kommen aber noch trocken in Sundbyholmen an. Saisonende, wir sind heute die einzigen Gäste. Gewitter, hinterher scheint wieder die Sonne. Moderne sanitäre Anlagen inklusive Sauna! Grill Znacht, Lachs mit Kartoffeln à la Fischhändler ....mmmmmmhh FEIN!
Mittwoch, 25. August
Um 6 Uhr scheint noch die Sonne. Eine Stunde später regnet es und regnet bis 11 Uhr. Dann kommt pünktlich die vorhergesagte Wetterbesserung.
Heute, am letzten Tag, probieren wir noch mal alle Segel (inklusive Spinnaker) und motoren dazwischen immer wieder ein paar Meilen.
Bei der Kvicksundbrücke verpassen wir wiedermal die Brückenöffnungszeit. Statt einen Knopf zu drücken, muss M. heute an einem Seil ziehen, um sich zu melden.
In Kungsör angekommen suchen wir erstmal die Einfahrt durch den Schilf zur Bootswerft. Bei den „2 Stolpen“, sagt einer ... Stolpen? was auch immer das heisst.... wir probieren’s und .... stecken im Schlick fest! Muss das sein? Aber wir haben Glück im Unglück und kommen mit Motor wieder frei.
Schliesslich finden wir doch noch die richtige Einfahrt in die Werft.
Donnerstag, 26. August
Die Hilde wird, bevor sie in den wohlverdienten Winterschlaf geht, nochmal gründlich geputzt und eine Liste mit den notwendigen Reparaturen wird erstellt.
Morgen Freitag reisen wir mit der Bahn nach Stockhom. Am Samstagmorgen fliegen wir zurück in die Schweiz.
Zum Schluss noch die statistische Bilanz:
Total Seemeilen: 1253
davon gesegelt 771
mit Motor: 482
Spielstand Backgammon Alfred – Monika: 20 : 7
HILDEs Logbuch 2010
5. Einhandsegeln im Göteborger Schärengarten
Samstag, 31. Juli
Regenpause. Die Sonne kommt durch. Ich mache ein Blogpause. Kaufe ein paar Jeans – REA Schnäppchen für 179 SKr. Sie passen besser, als die letzten. Jedensfalls habe ich keine slim fit mehr ausgewählt.
Setze mich in den Buchladen und studiere den Lonely Planet. Suche mir ein paar empfohlene Restaurants heraus.
Die Feskekärke, sieht tatsächlich aus wie eine Kirche „det finns all“, was es an essbarem Meeresgetier gibt.
Bummel durch Haga, die Altstadt Göteborgs. Heute ist Hochbetrieb.
Nachtessen: Rökt Fisk Resten und Bratkartoffel.
Auf dem Motorboot um die Ecke ist Party .... die ganze Nacht Rambazamba.
Sonntag, 1. August Happy Birthday Svizzera
Geschafft. Der Blog ist wieder aktuell.
Das Wetter sieht auch ganz gut aus. Der Regen hat aufgehört und die Sonne scheint wieder. Ich mache noch ein paar Einäufe dann um 15.15 Uhr lege ich ab. Kurs Risö (O Fotö) ca 10 sm westlich von Göteborg.
Ich navigiere vorsichtig durch die Einfahrt. So weit so gut. Nur als ich den Anker aus der Backskiste hole driftet Hilde zu nah ans Ufer.....rumms, ....autsch !! – das war ein Stein.
Ich bin allein, weit und breit kein Boot zu sehen. Das Anlegemanöver klappt dann auch im 2. Versuch. Übung macht den Meister.
Nein ganz allein bin icht auf der Insel. Da hoppelt doch ein Hase... und nach einer Weile noch einer. Wie die wohl hierher gekommen sind? Wusste garnicht, dass Hasen schwimmen. Aber warum auch nicht? Später im Zielicht sehe ich etwas auf die Insel zuschwimmen. Das könnte ein Hase gewesen sein. Oder der Fuchs?
Gourmetdinner For One: Thunfischfilet und Folien-Lauchkartoffel à la Fischhändler.
Montag, 2. August
Der Regen trommelt auf die Persenning. Ich drehe mich noch mal auf die andere Seite.
Das war nur ein Regenschauer. Später kommt die Sonne durch, ein weiterer schöner und warmer Sommertag. Leider kein Wind.
Um 11 Uhr lege ich ab und motore 3 sm nach Vinga. Vielleicht habe ich jetzt mehr Glück einen Platz zu finden. Als ich ankomme, legen gerade 2 Boote ab. Platz ist heute kein Problem.
Ich wollte eigentlich nur einen Boxenstop machen, doch dann beschliesse ich, hier zu bleiben.
Ich mache einen Inselspaziergang. Die Gebäude auf der Insel werden von einer Stiftung verwaltet. Für 30 SKr. kann man ein kleines Museum über die Lotsen und ihre Arbeit besichtigen und auf den Leuchtturm steigen. Tolle Aussicht.
Laut Broschüre hat Vinga „ett gynnsamt klimat“. Ich fine reife Brombeeren ...und sammle ein grosses Glas voll.
Bad in der nördlichen Bucht Garrulsvikken.
Dinner for One. Flintsteak (750g) –esse nur die Hälfte – Lauchkartoffel & Salat.
Dienstag, 3. August
Heute Nacht hat es geregnet, aber heute Morgen scheint schon wieder die Sonne. Ich sehe nicht viel davon. Die Hilde liegt neben einem dicken Motorboot im Schatten.
Tagesziel ist Tistlarna, mit einem Zwischenstop in Vrängö. Ich kaufe Lachs zum Grillieren, Brot, Salat und noch ein paar andere Sachen. Wetterbericht im Internet. Nichts besonderes, weiterhin SW, morgen SO und heute ab 16 Uhr soll es regnen – was es aber nicht tut.
Um 14 Uhr lege ich ab, setze Segel und dann geht’s in Sausefahrt nach Tistlarna. Der Wind hat zugenommen, ruppige See.
Die Einfahrt in die Bucht von Tistlarna ist „kingiga“ (anspruchvoll). Und der SXK-Guide sagt“.. the northwest entrance is narrower than it looks…”. Ich fahre im Kielwasser einer schwedischen Yacht. Wo die durchkommt, kommt die Hilde auch durch. Aber dann macht der Schwede wieder kehrt. Die Zufahrt in die innere Bucht ist ihm nicht tief genug. „But you can go, with your boat…”. Ich wage es. Mit Augenmass, Gefühl und Glück ... die Strömung treibt mich hinein...Zeit für die Peilmarken zu finden, habe ich keine mehr.
Geschafft! Ich bin drinnen. Ein halbes Dutzend Boote liegen dicht an dicht. „Hat’s noch Platz?“ Ja, es hat, neben dem Motorboot. Jetzt muss ich aber erst noch eine Warteschlaufe drehen bis ich den Anker aus der Backskiste geholt habe und gleichzeitig und aufpassen, dass es uns nicht abtreibt. Missverständnis .“..not there, not deep enough,…” Ich habe den falschen Platz angesteuert und muss noch mal zurück. Rückwärtsgang….die Ankerkette verfängt sich in der Schraube... der Motor stirbt ab. Einer kommt mit dem Beiboot zur Hilfe. Ich bekomme den Motor wieder frei – nichts passiert. Nochmal Glück gehabt. Im 2 Versuch klappt’s dann. Ich fahre in die Lücke... ich hab’s schon geahnt: das Ankerseil ist wieder mal zu kurz ....verlängern...ok. geschafft. Jetzt brauch ich aber dringend ein Bier.
Gourmetdinner for One: Lachs & Folien-Lauchkartoffel vom Grill und Salat.
Mittwoch, 4. August
Sonne und ein paar Wolken. SW 4-5 Bft. Ich bleibe und mache einen Inseltag.
Ich schau mir das Buch und die DVD nochmal an und dann bekommen alle Seile einen Takling. Die geflochtenen einen Französischen und die geschlagenen einen Genähten.
Zur Belohnung gibt’s dann ab und zu ein Bad. Die Bucht ist heute fast quallenfrei.
Peter Mayle „Ein diebisches Vergnügen“ fertig gelesen. Bin etwas entäuscht. Im Vergleich zu früheren Büchern, ist dieses eher schwach und gar etwas simpel gestrickt.
Noch ein paar Infos zu Tistlarna: Die Insel ist heute Naturschutzgebiet. Früher war hier eine Lotsenstation. Der Leuchtturm, 1905 gebaut, hatte einen Leuchtturmwärter. Das Leuchtfeuer war bis 1969 ein Kerosenbrenner und hatte ein gewichtsgetriebenes Uhrwerk, das alle 4 Stunden aufgezogen werden musste.
Donnerstag, 5. August
Der Wind hat gestern Abend auf NO gedreht. Dafür ist der Ankerplatz nicht ideal. Habe aber trotz dem Gegluckse gut geschlafen.
Ablegen und Ausfahrt klappen ohne Probleme. Viel Wind (4-5 Bft) und Wellen. Ich segle nur mit Fock > 4.5 Kn. Das Ziel Fjordholmarna ist nur 6 sm entfernt. Am ersten Ankerplatz stosse ich an, nicht tief genug. Ich lege mich neben 2 Schweden an der Nordseite. 5 m weiter hat es einen Unterwasserfelsen.
Aber da fehlt doch was! Die Flagge! Habe Flaggenstock und Flagge verloren, keine Ahnung wo. Die Hilde ist jetzt ein „sans papier“.
Eine deutsche Yacht will sich neben mich legen und steuert voll auf den Felsen zu. Alle winken und rufen:„STOP....ROCK! ....“ Nochmal Glück gehabt.
Freitag, 6. August
Heute Morgen fängt es an zu regnen. Ich drehe mich nochmal auf die andere Seite und warte ab.
Wie so meist, dauert der Regen nicht allzu lange. Um 10 Uhr lege ich ab und motore 3 sm nach Vrängö. Es ist wieder mal Zeit für einen Hafentag.
Gegen Mittag kommt die Sonne durch, blauer Himmel, es ist angenehm warm.
Die Insel hat 2 Wanderwege: Ich jogge auf dem Südlichen ca. 2 ½ km.
Baden, Wäsche Waschen, Lesen, Blog Schreiben, .......
Italienisches Dinner for One: Spaghetti con Pomodore & Co.(Aglio, Bacon, Peperocini), Insalata und ein Primitivo.
Um 9 Uhr wandere ich zum Lotsenutkiken, um den Sonnenuntergang anzuschauen. Ich bin nicht der Einzige. Die Sonne geht direkt über Vinga unter.
Samstag, 7. August
Ich jogge die nördliche Runde (ca. 5 km). Schöner Wanderweg, mit Aussichtspunkten, an Badebuchten und zum Schluss an einem idyllisch gelegenen Friedhof vorbei. Mit Handy kann man sich an einigen Stellen informieren.
Dann ein Bad in der Badebucht 200 m südlich vom Hafen – quallenfrei! Frühstück. Ich beschliesse, noch eine Nacht hier zu bleiben und dann morgen nach Göteborg zu segeln oder zu motoren.
Im Rock Café an der Fähranlegestelle auf der Ostseite der Insel steht heute "Blues Slam Session" auf dem Programm. Meine Sorge, ob ich da als Gruftie auffalle, ist unbegründet. Das Durchschnittsalter der Besucher liegt wohl eher um die 50 und auch einige der Künstler sind noch mit den Beatles gross geworden.
Wieder zurück im Hafen geht's weiter mit Disco. Meine Nachbarn die Motorbootler feiern (d.h. saufen) und von der Dicken Berta neben mir schallt Musik in voller Lautstärke.
Sonntag, 8. August
Die Disco hat bis in die frühen Morgenstunden gedauert. Ich habe trotzdem gut geschlafen. Nicht so gut geschlaen haben einige andere im Hafen, die jetzt darauf warten mit dem Typen ein Hühnchen zu rupfen.
Ich packe zusammen und dann geht's los - Kurs Göteborg. Ab 14 Uhr ist Regen angesagt. Mit einer leichten Brise aus NNW segle und motore ich die 15 sm nach Göteborg.
In Lilla Bommen angekommen, traue ich meinen Augen nicht: Der Hafen ist halb leer. Die Saison geht offensichtlich dem Ende zu.
Kaum habe ich festgemacht, schon fängt es an zu regnen und regnet, regnet ohne Unterbruch den ganzen Abend und die ganze Nacht.
Regenpause. Die Sonne kommt durch. Ich mache ein Blogpause. Kaufe ein paar Jeans – REA Schnäppchen für 179 SKr. Sie passen besser, als die letzten. Jedensfalls habe ich keine slim fit mehr ausgewählt.
Setze mich in den Buchladen und studiere den Lonely Planet. Suche mir ein paar empfohlene Restaurants heraus.
Die Feskekärke, sieht tatsächlich aus wie eine Kirche „det finns all“, was es an essbarem Meeresgetier gibt.
Bummel durch Haga, die Altstadt Göteborgs. Heute ist Hochbetrieb.
Nachtessen: Rökt Fisk Resten und Bratkartoffel.
Auf dem Motorboot um die Ecke ist Party .... die ganze Nacht Rambazamba.
Sonntag, 1. August Happy Birthday Svizzera
Geschafft. Der Blog ist wieder aktuell.
Das Wetter sieht auch ganz gut aus. Der Regen hat aufgehört und die Sonne scheint wieder. Ich mache noch ein paar Einäufe dann um 15.15 Uhr lege ich ab. Kurs Risö (O Fotö) ca 10 sm westlich von Göteborg.
Ich navigiere vorsichtig durch die Einfahrt. So weit so gut. Nur als ich den Anker aus der Backskiste hole driftet Hilde zu nah ans Ufer.....rumms, ....autsch !! – das war ein Stein.
Ich bin allein, weit und breit kein Boot zu sehen. Das Anlegemanöver klappt dann auch im 2. Versuch. Übung macht den Meister.
Nein ganz allein bin icht auf der Insel. Da hoppelt doch ein Hase... und nach einer Weile noch einer. Wie die wohl hierher gekommen sind? Wusste garnicht, dass Hasen schwimmen. Aber warum auch nicht? Später im Zielicht sehe ich etwas auf die Insel zuschwimmen. Das könnte ein Hase gewesen sein. Oder der Fuchs?
Gourmetdinner For One: Thunfischfilet und Folien-Lauchkartoffel à la Fischhändler.
Montag, 2. August
Der Regen trommelt auf die Persenning. Ich drehe mich noch mal auf die andere Seite.
Das war nur ein Regenschauer. Später kommt die Sonne durch, ein weiterer schöner und warmer Sommertag. Leider kein Wind.
Um 11 Uhr lege ich ab und motore 3 sm nach Vinga. Vielleicht habe ich jetzt mehr Glück einen Platz zu finden. Als ich ankomme, legen gerade 2 Boote ab. Platz ist heute kein Problem.
Ich wollte eigentlich nur einen Boxenstop machen, doch dann beschliesse ich, hier zu bleiben.
Ich mache einen Inselspaziergang. Die Gebäude auf der Insel werden von einer Stiftung verwaltet. Für 30 SKr. kann man ein kleines Museum über die Lotsen und ihre Arbeit besichtigen und auf den Leuchtturm steigen. Tolle Aussicht.
Laut Broschüre hat Vinga „ett gynnsamt klimat“. Ich fine reife Brombeeren ...und sammle ein grosses Glas voll.
Bad in der nördlichen Bucht Garrulsvikken.
Dinner for One. Flintsteak (750g) –esse nur die Hälfte – Lauchkartoffel & Salat.
Dienstag, 3. August
Heute Nacht hat es geregnet, aber heute Morgen scheint schon wieder die Sonne. Ich sehe nicht viel davon. Die Hilde liegt neben einem dicken Motorboot im Schatten.
Tagesziel ist Tistlarna, mit einem Zwischenstop in Vrängö. Ich kaufe Lachs zum Grillieren, Brot, Salat und noch ein paar andere Sachen. Wetterbericht im Internet. Nichts besonderes, weiterhin SW, morgen SO und heute ab 16 Uhr soll es regnen – was es aber nicht tut.
Um 14 Uhr lege ich ab, setze Segel und dann geht’s in Sausefahrt nach Tistlarna. Der Wind hat zugenommen, ruppige See.
Die Einfahrt in die Bucht von Tistlarna ist „kingiga“ (anspruchvoll). Und der SXK-Guide sagt“.. the northwest entrance is narrower than it looks…”. Ich fahre im Kielwasser einer schwedischen Yacht. Wo die durchkommt, kommt die Hilde auch durch. Aber dann macht der Schwede wieder kehrt. Die Zufahrt in die innere Bucht ist ihm nicht tief genug. „But you can go, with your boat…”. Ich wage es. Mit Augenmass, Gefühl und Glück ... die Strömung treibt mich hinein...Zeit für die Peilmarken zu finden, habe ich keine mehr.
Geschafft! Ich bin drinnen. Ein halbes Dutzend Boote liegen dicht an dicht. „Hat’s noch Platz?“ Ja, es hat, neben dem Motorboot. Jetzt muss ich aber erst noch eine Warteschlaufe drehen bis ich den Anker aus der Backskiste geholt habe und gleichzeitig und aufpassen, dass es uns nicht abtreibt. Missverständnis .“..not there, not deep enough,…” Ich habe den falschen Platz angesteuert und muss noch mal zurück. Rückwärtsgang….die Ankerkette verfängt sich in der Schraube... der Motor stirbt ab. Einer kommt mit dem Beiboot zur Hilfe. Ich bekomme den Motor wieder frei – nichts passiert. Nochmal Glück gehabt. Im 2 Versuch klappt’s dann. Ich fahre in die Lücke... ich hab’s schon geahnt: das Ankerseil ist wieder mal zu kurz ....verlängern...ok. geschafft. Jetzt brauch ich aber dringend ein Bier.
Gourmetdinner for One: Lachs & Folien-Lauchkartoffel vom Grill und Salat.
Mittwoch, 4. August
Sonne und ein paar Wolken. SW 4-5 Bft. Ich bleibe und mache einen Inseltag.
Ich schau mir das Buch und die DVD nochmal an und dann bekommen alle Seile einen Takling. Die geflochtenen einen Französischen und die geschlagenen einen Genähten.
Zur Belohnung gibt’s dann ab und zu ein Bad. Die Bucht ist heute fast quallenfrei.
Peter Mayle „Ein diebisches Vergnügen“ fertig gelesen. Bin etwas entäuscht. Im Vergleich zu früheren Büchern, ist dieses eher schwach und gar etwas simpel gestrickt.
Noch ein paar Infos zu Tistlarna: Die Insel ist heute Naturschutzgebiet. Früher war hier eine Lotsenstation. Der Leuchtturm, 1905 gebaut, hatte einen Leuchtturmwärter. Das Leuchtfeuer war bis 1969 ein Kerosenbrenner und hatte ein gewichtsgetriebenes Uhrwerk, das alle 4 Stunden aufgezogen werden musste.
Donnerstag, 5. August
Der Wind hat gestern Abend auf NO gedreht. Dafür ist der Ankerplatz nicht ideal. Habe aber trotz dem Gegluckse gut geschlafen.
Ablegen und Ausfahrt klappen ohne Probleme. Viel Wind (4-5 Bft) und Wellen. Ich segle nur mit Fock > 4.5 Kn. Das Ziel Fjordholmarna ist nur 6 sm entfernt. Am ersten Ankerplatz stosse ich an, nicht tief genug. Ich lege mich neben 2 Schweden an der Nordseite. 5 m weiter hat es einen Unterwasserfelsen.
Aber da fehlt doch was! Die Flagge! Habe Flaggenstock und Flagge verloren, keine Ahnung wo. Die Hilde ist jetzt ein „sans papier“.
Eine deutsche Yacht will sich neben mich legen und steuert voll auf den Felsen zu. Alle winken und rufen:„STOP....ROCK! ....“ Nochmal Glück gehabt.
Freitag, 6. August
Heute Morgen fängt es an zu regnen. Ich drehe mich nochmal auf die andere Seite und warte ab.
Wie so meist, dauert der Regen nicht allzu lange. Um 10 Uhr lege ich ab und motore 3 sm nach Vrängö. Es ist wieder mal Zeit für einen Hafentag.
Gegen Mittag kommt die Sonne durch, blauer Himmel, es ist angenehm warm.
Die Insel hat 2 Wanderwege: Ich jogge auf dem Südlichen ca. 2 ½ km.
Baden, Wäsche Waschen, Lesen, Blog Schreiben, .......
Italienisches Dinner for One: Spaghetti con Pomodore & Co.(Aglio, Bacon, Peperocini), Insalata und ein Primitivo.
Um 9 Uhr wandere ich zum Lotsenutkiken, um den Sonnenuntergang anzuschauen. Ich bin nicht der Einzige. Die Sonne geht direkt über Vinga unter.
Samstag, 7. August
Ich jogge die nördliche Runde (ca. 5 km). Schöner Wanderweg, mit Aussichtspunkten, an Badebuchten und zum Schluss an einem idyllisch gelegenen Friedhof vorbei. Mit Handy kann man sich an einigen Stellen informieren.
Dann ein Bad in der Badebucht 200 m südlich vom Hafen – quallenfrei! Frühstück. Ich beschliesse, noch eine Nacht hier zu bleiben und dann morgen nach Göteborg zu segeln oder zu motoren.
Im Rock Café an der Fähranlegestelle auf der Ostseite der Insel steht heute "Blues Slam Session" auf dem Programm. Meine Sorge, ob ich da als Gruftie auffalle, ist unbegründet. Das Durchschnittsalter der Besucher liegt wohl eher um die 50 und auch einige der Künstler sind noch mit den Beatles gross geworden.
Wieder zurück im Hafen geht's weiter mit Disco. Meine Nachbarn die Motorbootler feiern (d.h. saufen) und von der Dicken Berta neben mir schallt Musik in voller Lautstärke.
Sonntag, 8. August
Die Disco hat bis in die frühen Morgenstunden gedauert. Ich habe trotzdem gut geschlafen. Nicht so gut geschlaen haben einige andere im Hafen, die jetzt darauf warten mit dem Typen ein Hühnchen zu rupfen.
Ich packe zusammen und dann geht's los - Kurs Göteborg. Ab 14 Uhr ist Regen angesagt. Mit einer leichten Brise aus NNW segle und motore ich die 15 sm nach Göteborg.
In Lilla Bommen angekommen, traue ich meinen Augen nicht: Der Hafen ist halb leer. Die Saison geht offensichtlich dem Ende zu.
Kaum habe ich festgemacht, schon fängt es an zu regnen und regnet, regnet ohne Unterbruch den ganzen Abend und die ganze Nacht.
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4. Seniorentörn rund Obrust und Tjörn
Dienstag, 20 Juli
Crewwechsel: Kurz nach 3 Uhr winkt Hansjörg, unser Nachbar in Ennetbaden, von der Hafenmole. Die Hilde ist schon reisefertig. Nachdem sich Hansjörg mit Räucherfisch und einen Bier gestärkt hat, legen wir ab.
Sonne und ein paar Regenspritzer. Das Wetter ist wieder mal besser als die Vorhersage.
Nach ca. 2 sm, nachdem die Brücke passiert ist, setzen wir Segel und sausen mit halbem Wind mit +/- 6kn nach Westen. Hansjörg übt sich im Steuern und steuert die Hilde ab und zu im Schlingerkurs auf die entgegenkommenden Schiffe zu.
Im Naturhafen auf der Insel Rammen finden wir ein gutes Plätzchen, neben einem Dutzend anderer Boote, die meisten sind Segelboote.
Zum Znacht gibts ein > 1kg Flintsteak, von dem dann ein grosses Stück übrigbleibt. Das neue Crewmitglied hat nicht soviel Appetit, wie frühere.
Auf einer Informationstafel steht, dass es während der grossen Heeringszeit (1747 – 1803) auf Rammen eine Heeringssalzerei und eine Trankocherei gab. Während der Saison wohnten und arbeiteten hier um die 80 Leute. Als dann die Heeringe anfangs des 19 Jahrhunderts verschwanden, zogen die Leute weg, bauten die Häuser ab und stellten sie auf dem Festland wieder auf.
Mittwoch, 21. Juli
Sonne und eine leichte Brise aus Süd. Unser Kurs geht nordwärts. Segeln vom Feinsten. Durch den Hintereingang nach Marstrand – unter Segeln selbstverständlich – die Hilde kennt ja nun den Weg schon. Als wir an Marstrand vorbeigesegelt sind, fängt der Magen an zu knurren. Zeit für ein Picknick.
Um 4 Uhr erreichen wir unser Tagesziel, Toftö, gegenüber von Skärhamn. Nach einer Kletterpartie auf den Felsen, wird der Platz als nicht seniorenfreundlich befunden. Wir motoren zum nächsten Platz. Nach einer kurzen Suche – sollen wir da oder lieber dort?- entscheiden wir uns für die Bucht auf Härön, gegenüber von Skaboholmen.
Wir sammeln Preiselbeeren fürs Frühstück. Doch als wir daraus Konfi kochen wollen, wollen die Beeren nicht weich werden.... wohl noch nicht reif?
Dafür klappt die Zubereitung des Nachtessens bestens. Die Potatis Press hat Premiere. Es gibt Schwedische Hausmannskost: Kotböllar mit Härdöpfelstock, Salat und eine Flasche Vino. Herz was begehrst du mehr?
Donnerstag, 22. Juli
Regen trommelt auf die Persenning.....Ausschlafen.
Im Laufe des Morgens lässt der Regen nach und die Sonne guckt wieder ab und zu durch eine Wolkenlücke.
Als wir dann am Mittag den Anker lichten, ist wieder blauer Himmel und eine mässige Brise (4Bft) weht aus SW. Auf dem Wasser-Highway herrscht heute Hochbetrieb. Wer Segel hat, der setzt sie. Auch die Hilde saust mit +/- 6 kn und liefert sich mit ihren grossen Schwestern zur Abwechslung ein Wettrennen.
Durch den Mollösund, vorbei an Gullholmen sind wir auch schon bald an unserm Tagesziel, Väsholmarna, eine Insel westlich von Grundsund.
“Very good night harbour”, sagt der SXK-Führer. Nur als wir dor ankommen, sind die besten Plätzchen leider schon besetzt und der Wind pfeift durch die Lücken in den Felsen. Hier werden wir heute nicht glücklich! Wir nehmen Kurs nach Porsholmen. Aber auch hier sind die guten Plätze schon von ein paar Motorbooten besetzt. Weiter nach Tjällsö Holme. Aber auch hier pfeift der SW noch kräftig in die Ankerbucht. Nach einem missglückten Anlegemanöver, geben wir auf. Nächster Versuch in Skarvesäter. Dort waren wir schon mit Annatina & Christoph. Hier klappt zwar das Anlegemanöver, mit Hilfe des Nachbarn. Von ihm erfahren wir auch, dass heute Nacht der Wind auf NO drehen soll. Dafür ist unser Ankerplatz auch nicht ideal.
Also Anker auf! Dann gehen wir halt nach Bassholmen. Dort liegen wir geschützt, woher der Wind auch kommt. Nur, als wir gegen 7 Uhr dort ankommen, ist der Steg bis auf die kleinste Lücke besetzt. Also weiter suchen. Zum Glück werden wir gleich um die Ecke fündig. Ein 5-Sternankerplatz: Mooringringe, windgeschützt, quallenfrei und Heidelbeeren hats auch.
Soviel Ankerplatzsuche macht hungrig. Ein feines Lauchrisotto krönt den Tag.
Freitag, 23. Juli
Der Wind hat auf NO gedreht. Ich nehme ein Bad - wenn’s schon mal keine Quallen hat!
Unser deutscher Nachbar ist am Züpfeln, sein Anker rutscht. Unser Anker hält!
Nachdem wir ein grosses Glas Heidelbeeren gefüllt und uns damit ein weiteres Deluxe Frühstück gemacht haben, legen wir ab. Unser heutiges Ziel ist Henan, ca. 10 sm entfernt. Ein Katzensprung. Gegen Mittag sind wir dort. Aber Vorsicht mit dem „Katzensprung“, das haben wir schon mal gesagt....
Zuerst motoren wir durch die enge Passage von Strömmar. Kein Problem, Hilde kennt den Weg schon in-und auswendig.
Als wir den Koljofjord erreicht haben, setzen wir Segel. NO das heisst 3-4 sm gegenan kreuzen. Alles läuft bestens. Dann muss Hansjörg mal zur Leewante. Ich fiere das Gross aus, so dass wir weniger Schräglage haben ....Hj. hangelt sich nach vorne und dann...... schwimmt er im Wasser. Pfffffff zischt’s und die Schwimmweste bläst sich auf.... Wir haben uns immer gefragt, ob die Dinger tatsächlich funktionieren – jetzt wissen wir’s. Ich verzichte lieber auf das schulmässige Mann-über-Bord-Manöver, hole das Grosssegel ein und motore zur Rettung des „Schiffbrüchigen“. Bevor er wieder auf der Badeleiter (Monika hat wieder mal recht gehabt, als darauf bestanden hat, eine Badeleiter installieren zu lassen) an Bord klettern darf muss er erst noch für’s Photoalbum posieren „smile please“.
Nachdem sich Hj. umgezogen hat, kreuzen wir weiter. Im Hafen von Henan trocknet dann die Sonne die nassen Kleider, während die Senioren-Crew sich mit den Risottoresten von gestern stärkt.
Samstag, 24. Juli
Da klaut mir doch einer meine Unterhose und mein Hemd in der Dusche, während ich auf dem WC sitze! Verdächtigt wird ein Alki, der morgens um 7 Uhr auf einer Bank sitzt und ein Bierchen hinter die Binde giesst.
Nachdem wir im Systembolaget unsere Weinvorräte ergänzt haben, legen wir ab. Wir machen gute Fahrt und erreichen ca. 4 Stunden später unser Tagesziel. Lyckorna ist ein ehemaliges Seebad, mit prächtigen Sommerhäusern gutbetuchter Göteborger.
Ein Spazierweg am Wasser entlang führt an der Kirche und Friedhof vorbei nach Lungskile. Es gibt Himbeeren, wohin das Auge blickt..
Nachtessen: Ein grosser Topf Ratatouille und Couscous.
Sonntag, 25. Juli
Ich gehe joggen, auf dem Küstenwanderweg, der leider nach ein paar Hundert Metern die Küste verläss und geteert durch das Sommerhausviertel führt.
Es nieselt ein bischen und fängt dann zu regnen an und regnet, regnet und regnet den ganzen Tag. Davon hat der Wetterbericht gestern nichts gesagt. Aber was soll’s, so komme ich endlich mal dazu, das Tagebuch für den Blog nachzutragen.
Als es dann gegen Abend aufhört, gehen wir ins Dorf, um etwas für morgen für den Grill einzukaufen. Inzwischen hat Petrus den Tank wieder aufgefüllt und lässt’s weiterregnen. Bei einem Bier warten wir auf eine Regenpause für den Heimweg.
NNW Wind. Es ist ungemütlich kalt, 2-Pulloverwetter. Wir wärmen Couscous und Ratatouille auf, das richtige Essen für diese Temperaturen!
Montag, 26. Juli
Die grauen Wolken verziehen sich, die Sonne kommt durch, ein weiterer schöner Sommertag. Während Hansjörg im Dorf frisches Brot einkauft, sammle ich noch schnell ein grosses Glas Himbeeren.
Wir segeln an der Ostseite von Orust und Tjörn den Hakefjord nach Süden und machen dann in der schönen Bucht Hättan-Kärrson an der Insel Skutholmen fest.
Wir haben 3 Koteletts auf dem Grill und 2 hungrige Möven auf der Lauer. Dann schnappen sich die beiden je ein Kotelett, schlingen es hinunter und .... das dritte Kotelett können wir gerade noch retten und dann teilen- Seniorenportion.
Dienstag, 27. Juli
Wir motoren 2 sm nach Dyrön und machen dort einen Zwischenstop im Sydhamnen. Im ICA Supermarket kaufen wir Fleisch für den Grill.
Dann wandern wir auf einem gut markierten Insellehrpfad zum Nordhafen. Grandiose Aussicht auf das Archipel zwischen Marstrand (Koön) und Tjörn, den Hafen von Astol und schmale Durchfahrt zwischen Rönmang und Tjörnkalv. Auf einer Informationstafel lesen wir, dass während des 2. Weltkrieges, die Einheimischen von hier oben die Seeschlachten im Skagerag beobachtet haben.
Wieder im Südhafen, wärmen wir, zum 2. und letzten Mal, die Ratatouillereste auf. Dann geht’s weiter in Sausefahrt nach Djupsholmarna, eine schöne Bucht östlich von Hyppeln.
Wir grillieren und die Möven warten schon. Aber heute sind wir auf der Hut.
Mittwoch, 28. Juli
5 Uhr. Die Hilde bumst gegen die Steine. Der Wind hat auf Ost gedreht. Ich muss aufstehen und züpfeln.
Nach dem Gang aufs Moos nehme ich ein Bad – die Quallen sind weg, oder schlafen noch. Kaffee, Frühstück, Lesen. Ich schaffe es endlich „Perlmanns Schweigen“ von Pascal Mercier zu Ende zu lesen. Uuuhure spannend, so spannend, dass ich manchmal das Buch weglegen musste...
Ich frage den schwedischen Nachbarn nach dem Wetterbericht. Heute Mittwoch soll es einen weiteren schönen und warmen Sommertag geben, mit einer leichten Brise aus SW, und morgen Donnerstag soll es gegen Abend anfangen zu regnen, Freitag Regen und viel Wind (Starkwindwarnung!).
Was sollen wir machen? Göteborg oder noch eine Insel. Hansjörg hat genug von den Naturhäfen und den schlüpfrigen Felsen. Wir beschliessen Vinga anzulaufen. Eine Lotsenstation vor der Einfahrt nach Göteborg.
Wir kreuzen erstmal geduldig 2-3 Meilen und segeln dann mit einer leichten Brise, am Wind, Kurs Süd, nach Vinga.
Als wir näherkommen und die vielen Masten sehen, ahnen wir schon, dass wir nicht die Einzigen sind, die heute Vinga als Ziel ausgesucht haben. Bei der Durchfahrt wird dieser Eindruck bestätigt: der Hafen ist besetzt, bis auf die letzte kleine Lücke. An der Mole liegen mehr als ein Dutzend Boote im Päckchen und warten, ob nicht doch noch ein Platz frei wird.
Von der Hafenmole ruft uns einer zu (der Hafenmeister? oder sonst eine hilfreiche Seele?) und gibt uns wohlgemeinte Ratschläge, wo evtl. ein Platz neben einem dänischen Folkeboot frei wird....aber erst mal sollen wir warten... „Tack sa mycket!” Aber für auf die Warteschlaufe haben wir keine grosse Lust mehr. Dann gehen wir lieber gleich nach Göteborg.
Wir segeln vor dem Wind und damit es nicht zu spät wird, nehmen wir den Flautenschieber zur Unterstützung.
Hoffentlich hat’s dann in Lilla Bommen Platz? Aber keine Sorge. Der Hafen ist zwar voll, aber im „Hinterhof“ mit 1.5m Tiefe hat es noch reichlich Platz.
Der Hafenmeister gibt uns Rabatt, gratis Elektrizität, weil wir gute Kunden sind. „Tack sa mycket!”
Zum Nachtessen gibts dann Fusion Kitchen, nämlich schwedische Hausmannskost Kotböllar mit italienischer Polenta.
Donnerstag, 29. Juli
Hafentag.
Ich habe gestern abend noch eine Maschine voll Wäsche gewaschen und aufgehängt. Heute morgen ist fast schon alles trocken. Zum Glück, denn bald fängt’s auch schon an zu nieseln.
Hansjörg geht auf Stadterkundung. Ich kaufe für weitere 7 Tage Internetzugang und mache mich dann an die Aktualisierung des Blogs.
Apéro mit einer Flasche Sauvignon Blanc aus New Zealand, Shrimps und Aioli Sauce aus Schweden.....mmmmmhhh-FEIN!
Anschliessend gehen wir ins Ängla Café Pasta essen.
Inzwischen hat es sich eingeregnet. Der Regen trommelt gemütlich auf die Persenning und uns in den Schlaf.
Freitag, 30 Juli
Regen. Regen. Es regnet ohne Pause. So als wollte Petrus nachholen, was er die letzten 4 Wochen versäumt hat. Die Abendzeitungen berichten vom Regenchaos an der Westküste.
Hansjörg geht auf Museumsbesuch. Ich schreibe weiter am Blog....
Um 16 Uhr bringe ich Hansjörg zum Busbahnhof. Er freut sich schon auf ein richtiges Bett in einem geräumigen Hotelzimmer und auf das schöne Sommerwetter in der Schweiz.
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Crewwechsel: Kurz nach 3 Uhr winkt Hansjörg, unser Nachbar in Ennetbaden, von der Hafenmole. Die Hilde ist schon reisefertig. Nachdem sich Hansjörg mit Räucherfisch und einen Bier gestärkt hat, legen wir ab.
Sonne und ein paar Regenspritzer. Das Wetter ist wieder mal besser als die Vorhersage.
Nach ca. 2 sm, nachdem die Brücke passiert ist, setzen wir Segel und sausen mit halbem Wind mit +/- 6kn nach Westen. Hansjörg übt sich im Steuern und steuert die Hilde ab und zu im Schlingerkurs auf die entgegenkommenden Schiffe zu.
Im Naturhafen auf der Insel Rammen finden wir ein gutes Plätzchen, neben einem Dutzend anderer Boote, die meisten sind Segelboote.
Zum Znacht gibts ein > 1kg Flintsteak, von dem dann ein grosses Stück übrigbleibt. Das neue Crewmitglied hat nicht soviel Appetit, wie frühere.
Auf einer Informationstafel steht, dass es während der grossen Heeringszeit (1747 – 1803) auf Rammen eine Heeringssalzerei und eine Trankocherei gab. Während der Saison wohnten und arbeiteten hier um die 80 Leute. Als dann die Heeringe anfangs des 19 Jahrhunderts verschwanden, zogen die Leute weg, bauten die Häuser ab und stellten sie auf dem Festland wieder auf.
Mittwoch, 21. Juli
Sonne und eine leichte Brise aus Süd. Unser Kurs geht nordwärts. Segeln vom Feinsten. Durch den Hintereingang nach Marstrand – unter Segeln selbstverständlich – die Hilde kennt ja nun den Weg schon. Als wir an Marstrand vorbeigesegelt sind, fängt der Magen an zu knurren. Zeit für ein Picknick.
Um 4 Uhr erreichen wir unser Tagesziel, Toftö, gegenüber von Skärhamn. Nach einer Kletterpartie auf den Felsen, wird der Platz als nicht seniorenfreundlich befunden. Wir motoren zum nächsten Platz. Nach einer kurzen Suche – sollen wir da oder lieber dort?- entscheiden wir uns für die Bucht auf Härön, gegenüber von Skaboholmen.
Wir sammeln Preiselbeeren fürs Frühstück. Doch als wir daraus Konfi kochen wollen, wollen die Beeren nicht weich werden.... wohl noch nicht reif?
Dafür klappt die Zubereitung des Nachtessens bestens. Die Potatis Press hat Premiere. Es gibt Schwedische Hausmannskost: Kotböllar mit Härdöpfelstock, Salat und eine Flasche Vino. Herz was begehrst du mehr?
Donnerstag, 22. Juli
Regen trommelt auf die Persenning.....Ausschlafen.
Im Laufe des Morgens lässt der Regen nach und die Sonne guckt wieder ab und zu durch eine Wolkenlücke.
Als wir dann am Mittag den Anker lichten, ist wieder blauer Himmel und eine mässige Brise (4Bft) weht aus SW. Auf dem Wasser-Highway herrscht heute Hochbetrieb. Wer Segel hat, der setzt sie. Auch die Hilde saust mit +/- 6 kn und liefert sich mit ihren grossen Schwestern zur Abwechslung ein Wettrennen.
Durch den Mollösund, vorbei an Gullholmen sind wir auch schon bald an unserm Tagesziel, Väsholmarna, eine Insel westlich von Grundsund.
“Very good night harbour”, sagt der SXK-Führer. Nur als wir dor ankommen, sind die besten Plätzchen leider schon besetzt und der Wind pfeift durch die Lücken in den Felsen. Hier werden wir heute nicht glücklich! Wir nehmen Kurs nach Porsholmen. Aber auch hier sind die guten Plätze schon von ein paar Motorbooten besetzt. Weiter nach Tjällsö Holme. Aber auch hier pfeift der SW noch kräftig in die Ankerbucht. Nach einem missglückten Anlegemanöver, geben wir auf. Nächster Versuch in Skarvesäter. Dort waren wir schon mit Annatina & Christoph. Hier klappt zwar das Anlegemanöver, mit Hilfe des Nachbarn. Von ihm erfahren wir auch, dass heute Nacht der Wind auf NO drehen soll. Dafür ist unser Ankerplatz auch nicht ideal.
Also Anker auf! Dann gehen wir halt nach Bassholmen. Dort liegen wir geschützt, woher der Wind auch kommt. Nur, als wir gegen 7 Uhr dort ankommen, ist der Steg bis auf die kleinste Lücke besetzt. Also weiter suchen. Zum Glück werden wir gleich um die Ecke fündig. Ein 5-Sternankerplatz: Mooringringe, windgeschützt, quallenfrei und Heidelbeeren hats auch.
Soviel Ankerplatzsuche macht hungrig. Ein feines Lauchrisotto krönt den Tag.
Freitag, 23. Juli
Der Wind hat auf NO gedreht. Ich nehme ein Bad - wenn’s schon mal keine Quallen hat!
Unser deutscher Nachbar ist am Züpfeln, sein Anker rutscht. Unser Anker hält!
Nachdem wir ein grosses Glas Heidelbeeren gefüllt und uns damit ein weiteres Deluxe Frühstück gemacht haben, legen wir ab. Unser heutiges Ziel ist Henan, ca. 10 sm entfernt. Ein Katzensprung. Gegen Mittag sind wir dort. Aber Vorsicht mit dem „Katzensprung“, das haben wir schon mal gesagt....
Zuerst motoren wir durch die enge Passage von Strömmar. Kein Problem, Hilde kennt den Weg schon in-und auswendig.
Als wir den Koljofjord erreicht haben, setzen wir Segel. NO das heisst 3-4 sm gegenan kreuzen. Alles läuft bestens. Dann muss Hansjörg mal zur Leewante. Ich fiere das Gross aus, so dass wir weniger Schräglage haben ....Hj. hangelt sich nach vorne und dann...... schwimmt er im Wasser. Pfffffff zischt’s und die Schwimmweste bläst sich auf.... Wir haben uns immer gefragt, ob die Dinger tatsächlich funktionieren – jetzt wissen wir’s. Ich verzichte lieber auf das schulmässige Mann-über-Bord-Manöver, hole das Grosssegel ein und motore zur Rettung des „Schiffbrüchigen“. Bevor er wieder auf der Badeleiter (Monika hat wieder mal recht gehabt, als darauf bestanden hat, eine Badeleiter installieren zu lassen) an Bord klettern darf muss er erst noch für’s Photoalbum posieren „smile please“.
Nachdem sich Hj. umgezogen hat, kreuzen wir weiter. Im Hafen von Henan trocknet dann die Sonne die nassen Kleider, während die Senioren-Crew sich mit den Risottoresten von gestern stärkt.
Samstag, 24. Juli
Da klaut mir doch einer meine Unterhose und mein Hemd in der Dusche, während ich auf dem WC sitze! Verdächtigt wird ein Alki, der morgens um 7 Uhr auf einer Bank sitzt und ein Bierchen hinter die Binde giesst.
Nachdem wir im Systembolaget unsere Weinvorräte ergänzt haben, legen wir ab. Wir machen gute Fahrt und erreichen ca. 4 Stunden später unser Tagesziel. Lyckorna ist ein ehemaliges Seebad, mit prächtigen Sommerhäusern gutbetuchter Göteborger.
Ein Spazierweg am Wasser entlang führt an der Kirche und Friedhof vorbei nach Lungskile. Es gibt Himbeeren, wohin das Auge blickt..
Nachtessen: Ein grosser Topf Ratatouille und Couscous.
Sonntag, 25. Juli
Ich gehe joggen, auf dem Küstenwanderweg, der leider nach ein paar Hundert Metern die Küste verläss und geteert durch das Sommerhausviertel führt.
Es nieselt ein bischen und fängt dann zu regnen an und regnet, regnet und regnet den ganzen Tag. Davon hat der Wetterbericht gestern nichts gesagt. Aber was soll’s, so komme ich endlich mal dazu, das Tagebuch für den Blog nachzutragen.
Als es dann gegen Abend aufhört, gehen wir ins Dorf, um etwas für morgen für den Grill einzukaufen. Inzwischen hat Petrus den Tank wieder aufgefüllt und lässt’s weiterregnen. Bei einem Bier warten wir auf eine Regenpause für den Heimweg.
NNW Wind. Es ist ungemütlich kalt, 2-Pulloverwetter. Wir wärmen Couscous und Ratatouille auf, das richtige Essen für diese Temperaturen!
Montag, 26. Juli
Die grauen Wolken verziehen sich, die Sonne kommt durch, ein weiterer schöner Sommertag. Während Hansjörg im Dorf frisches Brot einkauft, sammle ich noch schnell ein grosses Glas Himbeeren.
Wir segeln an der Ostseite von Orust und Tjörn den Hakefjord nach Süden und machen dann in der schönen Bucht Hättan-Kärrson an der Insel Skutholmen fest.
Wir haben 3 Koteletts auf dem Grill und 2 hungrige Möven auf der Lauer. Dann schnappen sich die beiden je ein Kotelett, schlingen es hinunter und .... das dritte Kotelett können wir gerade noch retten und dann teilen- Seniorenportion.
Dienstag, 27. Juli
Wir motoren 2 sm nach Dyrön und machen dort einen Zwischenstop im Sydhamnen. Im ICA Supermarket kaufen wir Fleisch für den Grill.
Dann wandern wir auf einem gut markierten Insellehrpfad zum Nordhafen. Grandiose Aussicht auf das Archipel zwischen Marstrand (Koön) und Tjörn, den Hafen von Astol und schmale Durchfahrt zwischen Rönmang und Tjörnkalv. Auf einer Informationstafel lesen wir, dass während des 2. Weltkrieges, die Einheimischen von hier oben die Seeschlachten im Skagerag beobachtet haben.
Wieder im Südhafen, wärmen wir, zum 2. und letzten Mal, die Ratatouillereste auf. Dann geht’s weiter in Sausefahrt nach Djupsholmarna, eine schöne Bucht östlich von Hyppeln.
Wir grillieren und die Möven warten schon. Aber heute sind wir auf der Hut.
Mittwoch, 28. Juli
5 Uhr. Die Hilde bumst gegen die Steine. Der Wind hat auf Ost gedreht. Ich muss aufstehen und züpfeln.
Nach dem Gang aufs Moos nehme ich ein Bad – die Quallen sind weg, oder schlafen noch. Kaffee, Frühstück, Lesen. Ich schaffe es endlich „Perlmanns Schweigen“ von Pascal Mercier zu Ende zu lesen. Uuuhure spannend, so spannend, dass ich manchmal das Buch weglegen musste...
Ich frage den schwedischen Nachbarn nach dem Wetterbericht. Heute Mittwoch soll es einen weiteren schönen und warmen Sommertag geben, mit einer leichten Brise aus SW, und morgen Donnerstag soll es gegen Abend anfangen zu regnen, Freitag Regen und viel Wind (Starkwindwarnung!).
Was sollen wir machen? Göteborg oder noch eine Insel. Hansjörg hat genug von den Naturhäfen und den schlüpfrigen Felsen. Wir beschliessen Vinga anzulaufen. Eine Lotsenstation vor der Einfahrt nach Göteborg.
Wir kreuzen erstmal geduldig 2-3 Meilen und segeln dann mit einer leichten Brise, am Wind, Kurs Süd, nach Vinga.
Als wir näherkommen und die vielen Masten sehen, ahnen wir schon, dass wir nicht die Einzigen sind, die heute Vinga als Ziel ausgesucht haben. Bei der Durchfahrt wird dieser Eindruck bestätigt: der Hafen ist besetzt, bis auf die letzte kleine Lücke. An der Mole liegen mehr als ein Dutzend Boote im Päckchen und warten, ob nicht doch noch ein Platz frei wird.
Von der Hafenmole ruft uns einer zu (der Hafenmeister? oder sonst eine hilfreiche Seele?) und gibt uns wohlgemeinte Ratschläge, wo evtl. ein Platz neben einem dänischen Folkeboot frei wird....aber erst mal sollen wir warten... „Tack sa mycket!” Aber für auf die Warteschlaufe haben wir keine grosse Lust mehr. Dann gehen wir lieber gleich nach Göteborg.
Wir segeln vor dem Wind und damit es nicht zu spät wird, nehmen wir den Flautenschieber zur Unterstützung.
Hoffentlich hat’s dann in Lilla Bommen Platz? Aber keine Sorge. Der Hafen ist zwar voll, aber im „Hinterhof“ mit 1.5m Tiefe hat es noch reichlich Platz.
Der Hafenmeister gibt uns Rabatt, gratis Elektrizität, weil wir gute Kunden sind. „Tack sa mycket!”
Zum Nachtessen gibts dann Fusion Kitchen, nämlich schwedische Hausmannskost Kotböllar mit italienischer Polenta.
Donnerstag, 29. Juli
Hafentag.
Ich habe gestern abend noch eine Maschine voll Wäsche gewaschen und aufgehängt. Heute morgen ist fast schon alles trocken. Zum Glück, denn bald fängt’s auch schon an zu nieseln.
Hansjörg geht auf Stadterkundung. Ich kaufe für weitere 7 Tage Internetzugang und mache mich dann an die Aktualisierung des Blogs.
Apéro mit einer Flasche Sauvignon Blanc aus New Zealand, Shrimps und Aioli Sauce aus Schweden.....mmmmmhhh-FEIN!
Anschliessend gehen wir ins Ängla Café Pasta essen.
Inzwischen hat es sich eingeregnet. Der Regen trommelt gemütlich auf die Persenning und uns in den Schlaf.
Freitag, 30 Juli
Regen. Regen. Es regnet ohne Pause. So als wollte Petrus nachholen, was er die letzten 4 Wochen versäumt hat. Die Abendzeitungen berichten vom Regenchaos an der Westküste.
Hansjörg geht auf Museumsbesuch. Ich schreibe weiter am Blog....
Um 16 Uhr bringe ich Hansjörg zum Busbahnhof. Er freut sich schon auf ein richtiges Bett in einem geräumigen Hotelzimmer und auf das schöne Sommerwetter in der Schweiz.
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3. Pettersson und Findus auf kulinarischer Segelreise
Samstag, 3. Juli
Na ja, ganz quallenfrei ist’s auch hier nicht. Es hat Quallen, wenn auch nicht so viele und eher kleine.
Dafür gibt’s auch hier Heidelbeeren. Wie bei den Quallen „nicht so viele und eher kleine“.
Ich sammle ein weiteres Glas voll.
Dann packe ich zusammen und segle die 6 sm nach Henan hinüber.
„Henan är ingen pittoresk idyll, utan Orust kommuns rationella centralort. Här finns allt....“, meint mein Hafenführer. So gibt’s natürlich auch eine Beiz, wo ich auf Grossleinwand den 4:0 Sieg der Deutschen über Argentinien schauen kann. Dabei hätte ich’s beinah verpasst, weil ich fest der Meinung war, dass sie erst am abend spielen.
Es ist heiss. +/_ 30°. Aber für heute Nacht und morgen Vormittag hat der Wetterbericht Regenschauer angekündigt. So habe ich Zeit und Muse, um endlich den Blog nachzutragen und ins Netz zu stellen.
Sonntag, 4. Juli
Um 5 Uhr, pünktlich wie vorhergesagt, fängt es an zu regnen. Nach der Hitze des gestrigen Tages, tut ein bischen Abkühlung gut.
Im Touristinformationsbüro bestätigt man mir, dass es auch regelmässige Busverbindungen von Henan nach Göteborg gibt. So könnte Pitschi morgen auch nach Henan kommen und ich spare mir den Weg nach Uddevalla.
Montag, 5. Juli
Hafentag: Einkaufen, Lesen, Blog Schreiben.... Lade den Wetterbericht vom Internet runter. Der Norwegische Wetterbericht http://www.yr.no/place/Sweden/ ist gut gemacht, es gibt ihn auch in English und er lässt sich einfach speichern.
Kurz vor 16 Uhr skype ich mit Pitschi. Sie ist gelandet, muss aber noch Geld wechseln und schafft’s nicht mehr auf den 15.50 Uhr Direktbus.
Ich mache schon mal die Hilde startklar. Vielleicht können wir heute abend noch nach Stegelholmen segeln. Dann erhalte ich folgende SMSs:
1. „komme um 17.43 an“
2. „komme erst 18.43 an“
3. „hat keinen früheren“
4. „“ich gebs auf, muss auf den nächsten warten“
5. „um 19.43 kommt er an“
6. „ist kein Bus gekommen“
7. „der nächste fährt um 20.25 kommt um 20.45 an
8. „so geschafft“
Als Pitschi dann um ¼ vor 9 Uhr ankommt, ist es zu spät für Stegelhomen. Also ziehen wir der Hilde wieder das Häubchen über, montieren das Stromkabel, den Tisch, etc. und kochen Spaghetti mit Pesto.
Dienstag, 6. Juli
Kurz vor 9 Uhr legen wir ab. Vor lauter Plappern verpassen wir die Abzweigung und fahren ein paar Extrameilen. Bei Lökskären biegen wir ab, Richtung Strömmarna. Ich kenne den Weg schon, also segeln wir mit Gross und Motor standby durch die schmale Fahrrinne. „Motor standby“ ist eine gute Idee, wenn der Wind in einer engen Passage mal wieder direkt von vorne kommt.
In Bassholmen machen wir einen Boxenstop. Am Kiosk hängt ein Schild „kommer strax“. Wir fragen uns, wie lange „strax“ wohl dauern wird. Unsere Geduld wird mit einem Glacé belohnt. Gestärkt mit einem kleinen Imbiss (graved Lachs und geräucherter Makrele) sausen wir, wieder mit Gross und Motor standby, durch einen Slalom von roten und grünen Spieren den Geteviksund hinauf. Im Gullmannsfjord bläst es dann zünftig. Laut Wetterbericht 8-11 m/s (5 Bft). Auf der Kreuz umrunden wir Lysekil und dann geht’s mit halbem Wind in sausender Fahrt (> 6kn) unserm Ziel, Lilla Kornö entgegen.
Früh Aufstehen hat sich wieder mal bewährt. Wir finden ohne Probleme ein gutes Plätzchen. Lilla Kornö hat einen, von hohen Schärenfelsen gut geschützten, kleinen Hafen. Sehr pittoresk mit schönen weissgestrichenen Sommerhäuschen. Wasser wird in Zisternen gesammelt. Für Trinkwasser gibt’s eine Handpumpe. 200 m auf der andern Seite des Dorfes gibts ein TC und 2 blitzsaubere Duschen. Das Hafengeld kostet 180 Skr, Dusche und Strom inclusive.
Wir grillieren 2 riesige Spareribs. Dazu gibts die bewährten Gschwellti & Salat. So geht ein feiner Segeltag zu Ende.
Mittwoch, 7. Juli
Unser heutiges Tagesziel ist Hunnebostrand, bzw. ein Fernseher, um Fussball zu schauen. Rasmus sorgt für reichlich Wind und Wellen. Wir kreuzen durch die enge Fahrinne mit Kurs Smögen. Pitschi ist an der Pinne und Vorschoter Alfred holt dicht und navigiert. Wir bekommen viele „thumbs up“ aber der eine oder andere Motörler macht vielleicht in Gedanken einen „Stinkifinger“, wenn er wegen uns ausweichen muss.
Dann geht’s gemächlicher mit Motor (Segeln verboten) durch den Sotekanal. In Hunnebostrand ist schon zur Mittagszeit alles voll, wir können die Hilde gerade noch zwischen zwei Dickerchen quetschen.
Hunnebostrand war früher ein wichtiger Lieferant für roten Granit. Hitler’s Architekt Albert Speer hat hier Granit für seine Siegesdenkmäler bestellt und nicht abgeholt. Man hat dann stattdessen eine Badebucht damit gebaut, die sog. „bitch beach“.
Und nun zum Fussball. Wir laufen 2 km zu der, von der Touristoffice-Tussi empfohlenen Beiz. Als wir dort ankommen, sagt man uns „ we close at 9 ... „ Die 2. Halbzeit schauen wir uns in der Hafenbeiz an. Die Beiz ist bis auf den letzten Platz gefüllt, fast alle „cheeren“ für Spanien „Viva Espagna“. Kein Wunder, dass die Deutschen nichts Gescheites zustande bringen.
Donnerstag, 8. Juli
Heute geht der Wecker (Alfred) um 6 Uhr. Pitschi geht joggen.
Weiter mit achterlichen Wind den Hamburgsund hinauf zu unserm heutigen Tagesziel, dem Naturhafen Trinisla. Während gestern um diese Zeit, der Hafen schon 99% voll war, liegen wir jetzt noch allein in der Bucht. Später gesellt sich eine schwedische Yacht dazu.
Wir braten die Risottoreste zum Zmittag und legen einen Lesenachmittag ein .... daraus wird dann allerdings ein Dösenachmittag. Pünktlich, wie vorhergesagt, fängt es um 3 Uhr an zu regnen. Sobald es wieder aufhört, nehmen wir 2 Gläser und gehen wilde Erd- & Himbeeren sammeln.
Freitag, 9. Juli
Frühstück deluxe: Joghurt mit Erd-& Himbeeren, Spiegeleier, etc.
Mit einer frischen Brise (+/- 5 Bft) aus SW, fahren wir weiter nach Norden, 29 sm nach Ramsökalven. Südlich von Ramsökalven ist Robbenschutzgebiet. Eine Robbe taucht kurz auf, guckt so, als ob sie fragen wollte „ hey, wer kommt denn da?“ und jagt der Skipperin einen Riesenschrecken ein. Sie hat schon geglaubt: Ungeheuer von Lochness, oder so.
Die Einfahrt in den Naturhafen von Ramsökalven ist ganz schön knifflig, ein richtiges Steinelabyrinth. Wenn dann auch noch dem Motor der Most ausgeht, der Einfüllstutzen unter der Ankerkette versteckt liegt und die Hilde auf die Untiefe zudriftet, steigt der Adrenalinspiegel kurz sprunghaft an. Der Hafen wird als ungeeignet befunden. Zu wenig windgeschützt. Wir machen einen U-turn, kurven zwischen den Steinen wieder hinaus und nehmen Kurs auf die Nachbarinsel, Ursholmen. Auch hier ist die Einfahrt mit Steinen und Untiefen gespickt. Der SXK-Führer empfiehlt: „...approach is a bit complicated and the first attempt to come here should be made when the weather is nice and calm…” Wir schaffen die Einfahrt ohne anzubumsen. Der Ankerplatz ist bestens geschützt.
Ursholmen war früher eine bemannte Leuchtturmstation, die westlichste Schwedens. Die Station war lange Zeit sehr isoliert. 1930 wurde sie mit einem Motorboot ausgestattet, 1940 mit einem Telephon und 1960 mit Elektrizität. Heute werden die Gebäude von einer Stiftung unterhalten.
Samstag, 10. Juli
Unsere Nachbarn von einer schwedischen Segelyacht wollen heute nach Skjärhalden auf der Insel Kirkoy in Norwegen segeln. Das wäre doch auch was für uns, so als nördlichster Punkt unserer Reise. Aber zuerst wollen wir noch nach Kyrkosund auf Südkoster – gerademal 4sm entfernt, unsere bisher kürzeste Etappe.
Kaum sind wir wohlbehalten durch den Felsen-und Untiefenlabyrinth hinausgekurvt und haben die Segel gesetzt, da sichten wir auf einem Felsen eine Robbe beim Sünnele, in Gesellschaft von 2 Möven.
In Kyrkosund finden wir ohne Probleme einen Platz, neben einer schwedischen Segelyacht. Fast alle anderen Boote kommen aus Norwegen. Alle elektrischen Anschlüsse sind belegt, aber wir dürfen unser Kabel bei unserm Nachbarn einstecken – tack sa mycket!
Wir mieten 2 Velos (80 SKr/Velo) und pedalen los, um die Insel zu erkunden. Aber schon nach 2 km machts „PÄNG..“ Alfreds Velo hat einen Platten. Wir strampeln zurück, Pitschi auf dem Gepäckträger balanciert das kaputte Velo. Zum Glück erbarmt sich ein netter Schwede und lädt Alfred und Velo auf die Transportplattform seines Töffs.
Das Ersatzvelo hat zwar auch einen Macken –vielleicht hätten wir doch lieber ein neues für 100 SKr mieten sollen?-, aber wir schaffen die 4 ½ km nach Eknäs, dem Hauptort, an der NO-Küste von Südkoster, ohne Panne.
Im Fischladen kaufen wir Lachs für den Grill und machen eine neue kulinarische Entdeckung, Shrimps für den Apèro.
Sonntag, 11. Juli
Der Tag beginnt mit Sonne und blauem Himmel. Höchste Zeit, die guten Vorsätze in die Tat umzusetzen. Wir schnüren die Joggingschuhe und laufen los. P. macht eine grosse Runde, A. begnügt sich mit einer kleineren.
Unser Tagesziel ist Skjärhalden. Inzwischen ist es bedeckt und am Horizont ziehen dunkle Wolken auf. Der Wetterbericht hat Gewitter vorhergesagt.
P. macht heute Navigation und übt sich im Gebrauch des GPS. Unterdessen kommen die dunklen Wolken am Horizont immer näher. „Lieber zu früh, als zu spät“, würde die Moni sagen. Wir ziehen unsere Regenuniform an und dann fallen auch schon die ersten Tropfen. Das befürchtete Gewitter kommt aber nicht und, kaum haben wir im Hafen von Skjärhalden festgemacht, scheint die Sonne wieder und heizt uns dann tüchtig ein. Einkaufen im SPAR. Schwedisches Geld will man nicht, aber man kann alles, auch die kleinsten Beträge mit Visa bezahlen. Alfred kauft eine Norwegische Gästeflagge. Wenns auch nur für einen Tag ist. Vielleicht kommen wir irgendwann mal wieder?
Aufs WM-Finale verzichten wir. Ohne Jogis Jungs macht das keinen Spass. Wir spielen stattdessen Backgammon. 1:0 für Pitschi.
Montag, 12 Juli
6 Uhr: Pettersson und Findus gehen wieder Joggen. Zuerst Sackgasse, dann auf einem schönen Waldweg der Küste entlang. Links und rechts Heidelbeeren. Nächstes mal Glas mitnehmen!! Anschliessend Sprung ins Hafenbecken und Schlauchdusche auf dem Bootssteg.
Für die Ausfahrt wählt A. die Route zwischen Nordre - & Sondre Sandoy. Ein genauerer Blick auf die Karte zeigt jedoch ein Stromleitung mit 10 m Höhe. Kurswechsel, wir nehmen die südöstliche Ausfahrt zwischen Herfol und Sondre Sandoy.
Anfangs machen wir noch recht gute Fahrt (+/- 4kn). Doch dann nimmt der Wind ab, dreht nach Süd und schläft schliesslich ganz ein. Steuerfrau Pitschi stört der fehlende Wind weniger, als die Sonne, die ab und zu hinter einer Wolke verschwindet. Schliesslich will sie ja braun werden.
Am heutigen Ziel, Ängra- & Testholmen, im Sannäsfjorden angekommen, finden wir auch bald ein lauschiges Plätzchen. Der SXK-Führer meint zu diesem Platz: „....dramatic scenery, with nice walking grounds outlooks....“ und Heidelbeeren hat es auch! Wir sammeln ein halbes Glas voll.
Heute wird wieder grilliert. Das 1kg Flintsteak hat kaum Platz auf dem Grill .
Und dann fängt es an zu donnern, Gewitterböen aus Osten. Wir müssen züpfeln und schaffen es gerade noch bevor das Gewitter loslegt.
Dienstag, 13. Juli
Der heutige Tag steht unter dem Motto: „Alles isch füecht!“
Dabei hat der Tag noch ganz freundlich begonnen. Wir joggen durch den Wald nach Havstensund und sammeln Erdbeeren. A. verirrt sich mal kurz im Wald und stösst fast mit Pitschi zusammen, die vor Schreck fast ins Gebüsch fällt. Anschliessend Baden mit gegenseitiger Quallenausschau. Pitschi hat gestern eine leicht touchiert und meint „alles halb so wild, Brennnesseln sind schlimmer!“
Um 10 Uhr haben wir unser Morgenprogramm beendet und fahren los. In Havstensund machen wir einen Boxenstop und kaufen Fisch für den Grill. Neben Fisch bekommen wir vom netten Fischhändler auch noch ein Rezept für die Kartoffeln und die Zutaten, Lauch (gewaschen!!) und Tomaten, aus dem eigenen Kühlschrank dazu.
Wir setzen Segel und kreuzen das Fahrwasser nach Süden.
Petrus oder Rasmus, wer auch immer dafür zuständig ist, fällt ein, dass er ja heute Nacht hätte regnen lassen sollen und holt es jetzt nach... es schüttet aus vollen Kübeln. Aber sowas macht das Segeln ja erst richtig würzig. Der Wind hat dann auch noch kräftig nachgesalzen. Obwohl die 15m/s, vom Fischverkäufer vorhergesagt, dann doch eher durch 2 geteilt werden müssen.
Nach Regen kommt Sonne. Aber auch diese Versprechung von Herrn Kachelmanns Kollegen, lässt heute auf sich warten. „Alles isch füecht!“ stöhnt Pitschi genervt und kontrolliert immer wieder, ob zwischen den Fingern schon Schwimmhäute wachsen „ ...und kalt isch es au no!“
Zum Glück finden wir dann schnell ein schönes Plätzchen in der Gluppö-Bucht („....most probably the most popular natural harbour on the west coast....“). Bei der Suche nach einem geeigneten Ankerplatz bleibt die 1m - Untiefe unbeachtet und unberührt. Schwein gehabt!!
Deluxe Znacht: Thunfisch mit Lauchkartoffeln à la Fischhändler, mit dem letzten Rest Holzkohle grilliert, schmecken mmmmmmmmmmh...uuhure FEIN!
ps. zur Gluppö-Bucht: Eine Woche später erzählt mir ein Schwede, dass in den Nachrichten berichtet wurde, dass ein Gewittersturm in der Bucht Chaos und an den Booten grossen Schaden angerichtet hat. Also nochmal Glück gehabt!!!
Mittwoch, 14. Juli
Sonne, blauer Himmel und eine leichte Brise aus SSW. Ein idealer Tag zum Segeln. Nur wer nach Süden will, muss motoren oder kreuzen. Die Hilde ist ein Segelboot und will segeln. Alles klappt bestens, Pitschi an der Pinne und Alfred als Vorschoter und Navigator sind ja schon ein gut eingespieltes Team. Bis auf die schmale Fahrrinne „Hornö ränna“, am südlichen Ende des Hamburgsunds. Wir haben schon geglaubt, dass wir alles erfolgreich gemeistert haben, als wir das Durcheinander einer Optimistenregatta, Segelbooten auf Vorwindkurs und Motorbooten hinter uns hatten. Doch dann kommt just an der engsten Stelle ein Fahrgastschiff um die Ecke und drückt einmal kräftig auf die Hupe, um zu sagen: „Alle weg da, ich habe Vorfahrt!“ So stellen wir halt die Hilde kurz in den Wind und warten bis die „Dicke Berta“ uns passiert hat. Als wir dann zufällig mal wieder einen Blick zurück werfen, merken wir, dass sich hinter uns schon eine lange Schlange von Booten gebildet hat. Mit mehr Glück als Verstand, oder Dank der coolen Skipperin, schaffen wir es 2m vor dem Felsen wieder genügend Fahrt für die nächste Wende aufzunehmen. Neben wohlwollenden „no problem“ schüttelt der eine oder andere genervt den Kopf. Mit grosser Wahrscheinlichkeit waren wir heute die Einzigen, die die Hornö ränna kreuzend passiert haben.
Soviel Adrenalin im Blut macht hungrig. Wir machen im Hafen von Bovallstrand einen Boxenstop und geniessen ein wohlverdientes Z’Mittag mit Bratkartoffeln und geräucherten Makrelenfilets. Dann kaufen wir die Zutaten, für die Wiederholung des Grillschmauses ein: 2 Sorten Fisch, und Frühlingszwiebeln (statt Lauch) für die Kartoffeln.
Wir machen in Halekile, gegenüber von Keö fest und geniessen den schönen warmen Sommerabend. Für Morgen hat der Wetterbericht Regen angesagt.
Donnerstag, 15. Juli
Blauer Himmel, Sonne. Doch leider ist das nur von kurzer Zeit. Gerade lang genug, um noch ein Glas Heidelbeeren zu sammeln und zu frühstücken. Dann fängt es an zu regnen.
Wir nutzen eine Regenpause und brechen auf. Nicht so einfach, weil die Felsen schlüpfrig sind, wie mit Schmierseife eingerieben,. Alfred macht die Felsnägel los und rutscht auf dem Hosenboden den Felsen hinunter, Füsse voran, kann er sich am Bug gerade noch abstoppen..
Wir motoren eine Meile zum Hafen von Malmön. Kaum haben wir festgemacht und Hilde das Häubchen aufgesetzt, kommt auch schon der nächste Regenschauer. Nach einem kleinen Snack mit feiner Elchsalami wäre eigentlich Lesestunde auf dem Programm. Aber wenn sie mal Zeit hätten zum Lesen, machen sie lieber andere Sachen. Zum Beispiel: Alfred geht Wäsche waschen, Pitschi ID kopieren, für die Anmeldung an der Uni, Alfred wandert mit der Fock zum Segelmacher, um die Drahtschlaufe am Schothorn ersetzen zu lassen, ohne Erfolg, aber dafür kommt er mit 2 geschenkten Segellatten zurück.
Pitschi entdeckt auf dem Steg ein paar herrenlose Gummistiefel. Trifft sich gut, Pitschi könnte sie gut gebrauchen. Sie gibt aber dem allfälligen Besitzer noch eine Nacht Bedenkzeit und rückt sie dann ein Stück weiter , Richtung Hilde. „Ganz sicher vergessen, es hat schon Spinnweben drin“, sagt die neue Besitzerin.
Zum Znacht gibts Kotböllar, mit handzerdrücktem Kartoffelbrei. Megalecker!
Backgammon: der Verlierer muss Abwaschen & Abtrocknen. Alfred gewinnt - ha ha!
Um 9 Uhr bläst einer den Zapfenstreich, und wird mit viel Beifall belohnt.... alle holen die Flagge ein.
Im Hafen liegt ein luxuriöses Motorboot und gibt Anlass zu Spekulationen: „Was das wohl gekostet hat?.... Mindestens 1 Million. Wie hat der Besitzer, so wie er aussieht, wohl sein Geld verdient? “
Freitag, 16. Juli
Die Sonne scheint wieder. Wir joggen über Stock und Stein, immer den blauen Punkten, des Küstenwanderwegs nach. Pitschi macht eine grosse Runde, Alfred ein kleine und nimmt in einer wunderschönen Bucht, mit Badesteg, ein schnelles Bad und entdeckt auf dem Rückweg Lenas Bageri. So gibts zum Frühstück frische Brötchen, Croissants und Zimtschnecken.
Leichte Brise aus Süd. Wir dürfen wieder kreuzen.
Jeden Tag ein Abenteuer! Dafür sorgt heute Pitschi. Auf dem Weg zum „WC“ an der Leewante, geht sie bis zum Bauch über Bord. Ein Stück der Fussreeling ist ausgebrochen. Pitschi hat sich aber gut festgehalten und kann sich selbst wieder an Bord ziehen.
Um 3 Uhr machen wir an der NO-Ecke von Raö fest. Phantastischer Ausblick: lautlos gleiten Boote durch die enge Fahrrinne auf Gullholmen zu.
Unser schwedischen Nachbarn am Ankerplatz sind besorgt am Züpfeln. Zu viel Wind und heute Nacht soll er drehen und zunehmen. Also züpfeln auch wir und spannen zusätzliche Leinen.
Pitschi entdeckt, auf dem Weg zum Bisle, Him-& Heidelbeeren und eine wunderschön gestreifte Raupe.... und philosophiert über : „... wieviel Serendipity man doch beim Bisle erfahren kann.“
Samstag, 17. Juli
Die Nacht ist völlig windstill. Der befürchtete Starkwind ist ausgeblieben.
Wir sind heute die Letzten, die ablegen. Grund: eine weitere Partie Backgammon, um jemand für den Abwasch zu bestimmen. Die Menge Geschirr ist heute abschreckend viel.... Wer verloren hat und den Abwasch machen musste, bleibt geheim. VerliererIn, reklamiert Persönlichkeitsschutz!
Die Fahrt verläuft harmonisch und ohne nennenswerte Vorkommnisse. Kurzer Boxenstop in Möllösund zum Tanken, Abfall entsorgen, Glacé, etc. Doch man soll den Tag nicht vor dem Abend loben......
Auf der Weiterfahrt zum nahen Ankerplatz Smögholmmarna, fahren wir eigentlich laut Karte, mit gebührendem Abstand an einem Stein vorbei.... Pitschi fragt noch, ob wir nicht zu nahe dran sind....da macht es schon „rum-pe-di-rumm“... das war wohl zu knapp vorbei.
Auf Smögholmmarna finden wir dann 2 weitere Beispiele für „serendipity“: 1. Auf der Suche nach Heidelbeeren, finden wir Himbeeren... und 2. findet Pitschi auf der Suche nach weiteren Himbeeren, perfektes timing, das „Toalet“-Häuschen.
Und hier noch der aktuelle Backgammon Spielstand Findus gegen Pettersson: 3 : 7
Sonntag, 19. Juli
Sonne, strahlend blauer Himmel und eine frische Brise aus West. Sollen wir innen-oder aussen herum? Nach einigem hin und her, nehmen wir die äussere Route, das heisst den Weg durch die Schären an der Westküste der Insel Tjörn.
Nur mit Fock machen wir > 5kn. Ab und zu setzen wir den Motor ein, wenn es gegenan geht. Es hat viel Verkehr und einige Passagen sind so schmal, dass man den Engegenkommenden die Hand reichen könnte..... na ja, fast so schmal.
Dann kommt ein offenes Stück. Wir setzen das Gross, und schon geht die Fahrt ab. Die „wilde Hilde“ krängt und gleitet durch die rauhe See und dann machts plötzlich BUMS.... Nein, dieses Mal kein Motorboot und kein Stein ......die Geschirrschublade ist herausgefallen. Sorry Annatina! 2 Teller und 2 Schalen weniger!
Dann flattert die Fock. Der Schäkel am Fockhals ist weg. Als wir wieder in ruhigere Gewässer kommen, nimmt Alfred die Fock runter und, als er genauer hinschaut, sieht er, dass auch ein Sicherungssplint im Bolzen am Vorstag fehlt.... ui, ui, das hätte vielleicht ins Auge gehen können.
Wir wollen das Schicksal heute nicht mehr weiter herausfordern und segeln nur mit Fock weiter.
In Marsstrand zwängen wir uns in eine Lücke und machen einen Boxenstop: WC, Rundblick von der Festung, Einkaufen und 1 Portion Fish & Chips.
Vasholmen ist unser Tagesziel. Ein populärer Ankerplatz, wie es scheint, vorallem für Segelboote. Links und rechts von uns zwängen sich noch 2 Yachten und nehmen die Hilde ins Sandwich.
Und weils halt sooooo fein ist, grillieren wir wieder: Lachs & ein Fischspiess mit Kartoffeln à la Fischhändler.
Montag, 20 Juli
Sonne. Doch dann kommen graue Wolken und bald ist der Himmel grau statt blau.
Letzte Etappe. Wir sausen mit > 5 Knoten und sind schon um 13 Uhr im Stadthafen von Göteborg, Lilla Bommen. Alles voll? Nein, im „Hinterhof“, mit nur 1.5m Wassertiefe, gibts noch genug Platz.
Lilla Bommen liegt mitten in der Stadt. Gerade gegenüber liegt Nordstan, ein grosses Einkaufszentrum und der Anfang der Shoppingmeile Göteborgs.
Was wünscht sich ein Tussi mehr? Also nichts wie los in die Stadt! Während Alfred sich auf die Suche nach einem Buchladen macht, um Karten für die Mälaren zu kaufen, taucht Pitschi in verschiedene Läden auf der Suche nach schicken Sommerschlussverkaufsschnäppchen.
Im Laden für maritimes Zubehör finden wir die passenden Sicherungssplinte und eine Halterung für den Herd, so dass Alfred in Zukunft auch bei Schräglage ohne Probleme Kaffee kochen kann. Dem Verkäufer knurrt der Magen so laut, dass er uns bereitwillig sein ganzes Essverhalten mitteilt. Auch unsere Mägen fangen an zu knurren. Vor lauter Shopping haben wir das Mittagessen ganz vergessen. In Haga, der Altstadt essen wir einen feinen Teller Antipasti (En Deli Haga)
Nach einer ausgiebigen Dusche, es war wirklich wieder mal notwendig, machen wir uns auf die Suche nach einem Restaurant. Die Wahl fällt aufs Ängla Café und wir werden nicht enttäuscht: es gibt feine Pasta!
Dienstag, 20 Juli
Gut geschlafen, trotz dem Lärm eines Stadthafens.
Frühstück. Die Vorräte gehen langsam zu Ende. Bäckerei? Der freundliche Hafenmeister weiss Rat. Und so geniessen Pettersson & Findus ein letzes Frühstück mit einem feinen Kanelcake.
Dann stechen wir nochmals los zum Einkaufen: Alfred ins Shopping Center in den Supermarket, um die Vorräte wieder aufzufüllen, bei Olson kauft er eine neue Bratpfanne und eine Potatis Press. Pitschi freut sich über ihr neues Kleid – geschenkt, gratis, wegen ein paar kleinen Löchern - Motten oder vielleicht Sabotage der schlechtbezahlten chinesischen Näherin?
Gegen Mittag treffen dann Steffi, Anna, Seli und Clea ein, um Pitschi für den Roadtrip mit dem Büsli abzuholen. Pitschi hat die Hilde nochmal herausgeputzt und neue Geschirrtücher aufgehängt.
Zum Abschied gibt’s einen feinen Picknick mit Räucherfisch und Crevetten. So endet Petterssons und Findus kulinarische Segelreise durch die westschwedischen Schären.
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Na ja, ganz quallenfrei ist’s auch hier nicht. Es hat Quallen, wenn auch nicht so viele und eher kleine.
Dafür gibt’s auch hier Heidelbeeren. Wie bei den Quallen „nicht so viele und eher kleine“.
Ich sammle ein weiteres Glas voll.
Dann packe ich zusammen und segle die 6 sm nach Henan hinüber.
„Henan är ingen pittoresk idyll, utan Orust kommuns rationella centralort. Här finns allt....“, meint mein Hafenführer. So gibt’s natürlich auch eine Beiz, wo ich auf Grossleinwand den 4:0 Sieg der Deutschen über Argentinien schauen kann. Dabei hätte ich’s beinah verpasst, weil ich fest der Meinung war, dass sie erst am abend spielen.
Es ist heiss. +/_ 30°. Aber für heute Nacht und morgen Vormittag hat der Wetterbericht Regenschauer angekündigt. So habe ich Zeit und Muse, um endlich den Blog nachzutragen und ins Netz zu stellen.
Sonntag, 4. Juli
Um 5 Uhr, pünktlich wie vorhergesagt, fängt es an zu regnen. Nach der Hitze des gestrigen Tages, tut ein bischen Abkühlung gut.
Im Touristinformationsbüro bestätigt man mir, dass es auch regelmässige Busverbindungen von Henan nach Göteborg gibt. So könnte Pitschi morgen auch nach Henan kommen und ich spare mir den Weg nach Uddevalla.
Montag, 5. Juli
Hafentag: Einkaufen, Lesen, Blog Schreiben.... Lade den Wetterbericht vom Internet runter. Der Norwegische Wetterbericht http://www.yr.no/place/Sweden/ ist gut gemacht, es gibt ihn auch in English und er lässt sich einfach speichern.
Kurz vor 16 Uhr skype ich mit Pitschi. Sie ist gelandet, muss aber noch Geld wechseln und schafft’s nicht mehr auf den 15.50 Uhr Direktbus.
Ich mache schon mal die Hilde startklar. Vielleicht können wir heute abend noch nach Stegelholmen segeln. Dann erhalte ich folgende SMSs:
1. „komme um 17.43 an“
2. „komme erst 18.43 an“
3. „hat keinen früheren“
4. „“ich gebs auf, muss auf den nächsten warten“
5. „um 19.43 kommt er an“
6. „ist kein Bus gekommen“
7. „der nächste fährt um 20.25 kommt um 20.45 an
8. „so geschafft“
Als Pitschi dann um ¼ vor 9 Uhr ankommt, ist es zu spät für Stegelhomen. Also ziehen wir der Hilde wieder das Häubchen über, montieren das Stromkabel, den Tisch, etc. und kochen Spaghetti mit Pesto.
Dienstag, 6. Juli
Kurz vor 9 Uhr legen wir ab. Vor lauter Plappern verpassen wir die Abzweigung und fahren ein paar Extrameilen. Bei Lökskären biegen wir ab, Richtung Strömmarna. Ich kenne den Weg schon, also segeln wir mit Gross und Motor standby durch die schmale Fahrrinne. „Motor standby“ ist eine gute Idee, wenn der Wind in einer engen Passage mal wieder direkt von vorne kommt.
In Bassholmen machen wir einen Boxenstop. Am Kiosk hängt ein Schild „kommer strax“. Wir fragen uns, wie lange „strax“ wohl dauern wird. Unsere Geduld wird mit einem Glacé belohnt. Gestärkt mit einem kleinen Imbiss (graved Lachs und geräucherter Makrele) sausen wir, wieder mit Gross und Motor standby, durch einen Slalom von roten und grünen Spieren den Geteviksund hinauf. Im Gullmannsfjord bläst es dann zünftig. Laut Wetterbericht 8-11 m/s (5 Bft). Auf der Kreuz umrunden wir Lysekil und dann geht’s mit halbem Wind in sausender Fahrt (> 6kn) unserm Ziel, Lilla Kornö entgegen.
Früh Aufstehen hat sich wieder mal bewährt. Wir finden ohne Probleme ein gutes Plätzchen. Lilla Kornö hat einen, von hohen Schärenfelsen gut geschützten, kleinen Hafen. Sehr pittoresk mit schönen weissgestrichenen Sommerhäuschen. Wasser wird in Zisternen gesammelt. Für Trinkwasser gibt’s eine Handpumpe. 200 m auf der andern Seite des Dorfes gibts ein TC und 2 blitzsaubere Duschen. Das Hafengeld kostet 180 Skr, Dusche und Strom inclusive.
Wir grillieren 2 riesige Spareribs. Dazu gibts die bewährten Gschwellti & Salat. So geht ein feiner Segeltag zu Ende.
Mittwoch, 7. Juli
Unser heutiges Tagesziel ist Hunnebostrand, bzw. ein Fernseher, um Fussball zu schauen. Rasmus sorgt für reichlich Wind und Wellen. Wir kreuzen durch die enge Fahrinne mit Kurs Smögen. Pitschi ist an der Pinne und Vorschoter Alfred holt dicht und navigiert. Wir bekommen viele „thumbs up“ aber der eine oder andere Motörler macht vielleicht in Gedanken einen „Stinkifinger“, wenn er wegen uns ausweichen muss.
Dann geht’s gemächlicher mit Motor (Segeln verboten) durch den Sotekanal. In Hunnebostrand ist schon zur Mittagszeit alles voll, wir können die Hilde gerade noch zwischen zwei Dickerchen quetschen.
Hunnebostrand war früher ein wichtiger Lieferant für roten Granit. Hitler’s Architekt Albert Speer hat hier Granit für seine Siegesdenkmäler bestellt und nicht abgeholt. Man hat dann stattdessen eine Badebucht damit gebaut, die sog. „bitch beach“.
Und nun zum Fussball. Wir laufen 2 km zu der, von der Touristoffice-Tussi empfohlenen Beiz. Als wir dort ankommen, sagt man uns „ we close at 9 ... „ Die 2. Halbzeit schauen wir uns in der Hafenbeiz an. Die Beiz ist bis auf den letzten Platz gefüllt, fast alle „cheeren“ für Spanien „Viva Espagna“. Kein Wunder, dass die Deutschen nichts Gescheites zustande bringen.
Donnerstag, 8. Juli
Heute geht der Wecker (Alfred) um 6 Uhr. Pitschi geht joggen.
Weiter mit achterlichen Wind den Hamburgsund hinauf zu unserm heutigen Tagesziel, dem Naturhafen Trinisla. Während gestern um diese Zeit, der Hafen schon 99% voll war, liegen wir jetzt noch allein in der Bucht. Später gesellt sich eine schwedische Yacht dazu.
Wir braten die Risottoreste zum Zmittag und legen einen Lesenachmittag ein .... daraus wird dann allerdings ein Dösenachmittag. Pünktlich, wie vorhergesagt, fängt es um 3 Uhr an zu regnen. Sobald es wieder aufhört, nehmen wir 2 Gläser und gehen wilde Erd- & Himbeeren sammeln.
Freitag, 9. Juli
Frühstück deluxe: Joghurt mit Erd-& Himbeeren, Spiegeleier, etc.
Mit einer frischen Brise (+/- 5 Bft) aus SW, fahren wir weiter nach Norden, 29 sm nach Ramsökalven. Südlich von Ramsökalven ist Robbenschutzgebiet. Eine Robbe taucht kurz auf, guckt so, als ob sie fragen wollte „ hey, wer kommt denn da?“ und jagt der Skipperin einen Riesenschrecken ein. Sie hat schon geglaubt: Ungeheuer von Lochness, oder so.
Die Einfahrt in den Naturhafen von Ramsökalven ist ganz schön knifflig, ein richtiges Steinelabyrinth. Wenn dann auch noch dem Motor der Most ausgeht, der Einfüllstutzen unter der Ankerkette versteckt liegt und die Hilde auf die Untiefe zudriftet, steigt der Adrenalinspiegel kurz sprunghaft an. Der Hafen wird als ungeeignet befunden. Zu wenig windgeschützt. Wir machen einen U-turn, kurven zwischen den Steinen wieder hinaus und nehmen Kurs auf die Nachbarinsel, Ursholmen. Auch hier ist die Einfahrt mit Steinen und Untiefen gespickt. Der SXK-Führer empfiehlt: „...approach is a bit complicated and the first attempt to come here should be made when the weather is nice and calm…” Wir schaffen die Einfahrt ohne anzubumsen. Der Ankerplatz ist bestens geschützt.
Ursholmen war früher eine bemannte Leuchtturmstation, die westlichste Schwedens. Die Station war lange Zeit sehr isoliert. 1930 wurde sie mit einem Motorboot ausgestattet, 1940 mit einem Telephon und 1960 mit Elektrizität. Heute werden die Gebäude von einer Stiftung unterhalten.
Samstag, 10. Juli
Unsere Nachbarn von einer schwedischen Segelyacht wollen heute nach Skjärhalden auf der Insel Kirkoy in Norwegen segeln. Das wäre doch auch was für uns, so als nördlichster Punkt unserer Reise. Aber zuerst wollen wir noch nach Kyrkosund auf Südkoster – gerademal 4sm entfernt, unsere bisher kürzeste Etappe.
Kaum sind wir wohlbehalten durch den Felsen-und Untiefenlabyrinth hinausgekurvt und haben die Segel gesetzt, da sichten wir auf einem Felsen eine Robbe beim Sünnele, in Gesellschaft von 2 Möven.
In Kyrkosund finden wir ohne Probleme einen Platz, neben einer schwedischen Segelyacht. Fast alle anderen Boote kommen aus Norwegen. Alle elektrischen Anschlüsse sind belegt, aber wir dürfen unser Kabel bei unserm Nachbarn einstecken – tack sa mycket!
Wir mieten 2 Velos (80 SKr/Velo) und pedalen los, um die Insel zu erkunden. Aber schon nach 2 km machts „PÄNG..“ Alfreds Velo hat einen Platten. Wir strampeln zurück, Pitschi auf dem Gepäckträger balanciert das kaputte Velo. Zum Glück erbarmt sich ein netter Schwede und lädt Alfred und Velo auf die Transportplattform seines Töffs.
Das Ersatzvelo hat zwar auch einen Macken –vielleicht hätten wir doch lieber ein neues für 100 SKr mieten sollen?-, aber wir schaffen die 4 ½ km nach Eknäs, dem Hauptort, an der NO-Küste von Südkoster, ohne Panne.
Im Fischladen kaufen wir Lachs für den Grill und machen eine neue kulinarische Entdeckung, Shrimps für den Apèro.
Sonntag, 11. Juli
Der Tag beginnt mit Sonne und blauem Himmel. Höchste Zeit, die guten Vorsätze in die Tat umzusetzen. Wir schnüren die Joggingschuhe und laufen los. P. macht eine grosse Runde, A. begnügt sich mit einer kleineren.
Unser Tagesziel ist Skjärhalden. Inzwischen ist es bedeckt und am Horizont ziehen dunkle Wolken auf. Der Wetterbericht hat Gewitter vorhergesagt.
P. macht heute Navigation und übt sich im Gebrauch des GPS. Unterdessen kommen die dunklen Wolken am Horizont immer näher. „Lieber zu früh, als zu spät“, würde die Moni sagen. Wir ziehen unsere Regenuniform an und dann fallen auch schon die ersten Tropfen. Das befürchtete Gewitter kommt aber nicht und, kaum haben wir im Hafen von Skjärhalden festgemacht, scheint die Sonne wieder und heizt uns dann tüchtig ein. Einkaufen im SPAR. Schwedisches Geld will man nicht, aber man kann alles, auch die kleinsten Beträge mit Visa bezahlen. Alfred kauft eine Norwegische Gästeflagge. Wenns auch nur für einen Tag ist. Vielleicht kommen wir irgendwann mal wieder?
Aufs WM-Finale verzichten wir. Ohne Jogis Jungs macht das keinen Spass. Wir spielen stattdessen Backgammon. 1:0 für Pitschi.
Montag, 12 Juli
6 Uhr: Pettersson und Findus gehen wieder Joggen. Zuerst Sackgasse, dann auf einem schönen Waldweg der Küste entlang. Links und rechts Heidelbeeren. Nächstes mal Glas mitnehmen!! Anschliessend Sprung ins Hafenbecken und Schlauchdusche auf dem Bootssteg.
Für die Ausfahrt wählt A. die Route zwischen Nordre - & Sondre Sandoy. Ein genauerer Blick auf die Karte zeigt jedoch ein Stromleitung mit 10 m Höhe. Kurswechsel, wir nehmen die südöstliche Ausfahrt zwischen Herfol und Sondre Sandoy.
Anfangs machen wir noch recht gute Fahrt (+/- 4kn). Doch dann nimmt der Wind ab, dreht nach Süd und schläft schliesslich ganz ein. Steuerfrau Pitschi stört der fehlende Wind weniger, als die Sonne, die ab und zu hinter einer Wolke verschwindet. Schliesslich will sie ja braun werden.
Am heutigen Ziel, Ängra- & Testholmen, im Sannäsfjorden angekommen, finden wir auch bald ein lauschiges Plätzchen. Der SXK-Führer meint zu diesem Platz: „....dramatic scenery, with nice walking grounds outlooks....“ und Heidelbeeren hat es auch! Wir sammeln ein halbes Glas voll.
Heute wird wieder grilliert. Das 1kg Flintsteak hat kaum Platz auf dem Grill .
Und dann fängt es an zu donnern, Gewitterböen aus Osten. Wir müssen züpfeln und schaffen es gerade noch bevor das Gewitter loslegt.
Dienstag, 13. Juli
Der heutige Tag steht unter dem Motto: „Alles isch füecht!“
Dabei hat der Tag noch ganz freundlich begonnen. Wir joggen durch den Wald nach Havstensund und sammeln Erdbeeren. A. verirrt sich mal kurz im Wald und stösst fast mit Pitschi zusammen, die vor Schreck fast ins Gebüsch fällt. Anschliessend Baden mit gegenseitiger Quallenausschau. Pitschi hat gestern eine leicht touchiert und meint „alles halb so wild, Brennnesseln sind schlimmer!“
Um 10 Uhr haben wir unser Morgenprogramm beendet und fahren los. In Havstensund machen wir einen Boxenstop und kaufen Fisch für den Grill. Neben Fisch bekommen wir vom netten Fischhändler auch noch ein Rezept für die Kartoffeln und die Zutaten, Lauch (gewaschen!!) und Tomaten, aus dem eigenen Kühlschrank dazu.
Wir setzen Segel und kreuzen das Fahrwasser nach Süden.
Petrus oder Rasmus, wer auch immer dafür zuständig ist, fällt ein, dass er ja heute Nacht hätte regnen lassen sollen und holt es jetzt nach... es schüttet aus vollen Kübeln. Aber sowas macht das Segeln ja erst richtig würzig. Der Wind hat dann auch noch kräftig nachgesalzen. Obwohl die 15m/s, vom Fischverkäufer vorhergesagt, dann doch eher durch 2 geteilt werden müssen.
Nach Regen kommt Sonne. Aber auch diese Versprechung von Herrn Kachelmanns Kollegen, lässt heute auf sich warten. „Alles isch füecht!“ stöhnt Pitschi genervt und kontrolliert immer wieder, ob zwischen den Fingern schon Schwimmhäute wachsen „ ...und kalt isch es au no!“
Zum Glück finden wir dann schnell ein schönes Plätzchen in der Gluppö-Bucht („....most probably the most popular natural harbour on the west coast....“). Bei der Suche nach einem geeigneten Ankerplatz bleibt die 1m - Untiefe unbeachtet und unberührt. Schwein gehabt!!
Deluxe Znacht: Thunfisch mit Lauchkartoffeln à la Fischhändler, mit dem letzten Rest Holzkohle grilliert, schmecken mmmmmmmmmmh...uuhure FEIN!
ps. zur Gluppö-Bucht: Eine Woche später erzählt mir ein Schwede, dass in den Nachrichten berichtet wurde, dass ein Gewittersturm in der Bucht Chaos und an den Booten grossen Schaden angerichtet hat. Also nochmal Glück gehabt!!!
Mittwoch, 14. Juli
Sonne, blauer Himmel und eine leichte Brise aus SSW. Ein idealer Tag zum Segeln. Nur wer nach Süden will, muss motoren oder kreuzen. Die Hilde ist ein Segelboot und will segeln. Alles klappt bestens, Pitschi an der Pinne und Alfred als Vorschoter und Navigator sind ja schon ein gut eingespieltes Team. Bis auf die schmale Fahrrinne „Hornö ränna“, am südlichen Ende des Hamburgsunds. Wir haben schon geglaubt, dass wir alles erfolgreich gemeistert haben, als wir das Durcheinander einer Optimistenregatta, Segelbooten auf Vorwindkurs und Motorbooten hinter uns hatten. Doch dann kommt just an der engsten Stelle ein Fahrgastschiff um die Ecke und drückt einmal kräftig auf die Hupe, um zu sagen: „Alle weg da, ich habe Vorfahrt!“ So stellen wir halt die Hilde kurz in den Wind und warten bis die „Dicke Berta“ uns passiert hat. Als wir dann zufällig mal wieder einen Blick zurück werfen, merken wir, dass sich hinter uns schon eine lange Schlange von Booten gebildet hat. Mit mehr Glück als Verstand, oder Dank der coolen Skipperin, schaffen wir es 2m vor dem Felsen wieder genügend Fahrt für die nächste Wende aufzunehmen. Neben wohlwollenden „no problem“ schüttelt der eine oder andere genervt den Kopf. Mit grosser Wahrscheinlichkeit waren wir heute die Einzigen, die die Hornö ränna kreuzend passiert haben.
Soviel Adrenalin im Blut macht hungrig. Wir machen im Hafen von Bovallstrand einen Boxenstop und geniessen ein wohlverdientes Z’Mittag mit Bratkartoffeln und geräucherten Makrelenfilets. Dann kaufen wir die Zutaten, für die Wiederholung des Grillschmauses ein: 2 Sorten Fisch, und Frühlingszwiebeln (statt Lauch) für die Kartoffeln.
Wir machen in Halekile, gegenüber von Keö fest und geniessen den schönen warmen Sommerabend. Für Morgen hat der Wetterbericht Regen angesagt.
Donnerstag, 15. Juli
Blauer Himmel, Sonne. Doch leider ist das nur von kurzer Zeit. Gerade lang genug, um noch ein Glas Heidelbeeren zu sammeln und zu frühstücken. Dann fängt es an zu regnen.
Wir nutzen eine Regenpause und brechen auf. Nicht so einfach, weil die Felsen schlüpfrig sind, wie mit Schmierseife eingerieben,. Alfred macht die Felsnägel los und rutscht auf dem Hosenboden den Felsen hinunter, Füsse voran, kann er sich am Bug gerade noch abstoppen..
Wir motoren eine Meile zum Hafen von Malmön. Kaum haben wir festgemacht und Hilde das Häubchen aufgesetzt, kommt auch schon der nächste Regenschauer. Nach einem kleinen Snack mit feiner Elchsalami wäre eigentlich Lesestunde auf dem Programm. Aber wenn sie mal Zeit hätten zum Lesen, machen sie lieber andere Sachen. Zum Beispiel: Alfred geht Wäsche waschen, Pitschi ID kopieren, für die Anmeldung an der Uni, Alfred wandert mit der Fock zum Segelmacher, um die Drahtschlaufe am Schothorn ersetzen zu lassen, ohne Erfolg, aber dafür kommt er mit 2 geschenkten Segellatten zurück.
Pitschi entdeckt auf dem Steg ein paar herrenlose Gummistiefel. Trifft sich gut, Pitschi könnte sie gut gebrauchen. Sie gibt aber dem allfälligen Besitzer noch eine Nacht Bedenkzeit und rückt sie dann ein Stück weiter , Richtung Hilde. „Ganz sicher vergessen, es hat schon Spinnweben drin“, sagt die neue Besitzerin.
Zum Znacht gibts Kotböllar, mit handzerdrücktem Kartoffelbrei. Megalecker!
Backgammon: der Verlierer muss Abwaschen & Abtrocknen. Alfred gewinnt - ha ha!
Um 9 Uhr bläst einer den Zapfenstreich, und wird mit viel Beifall belohnt.... alle holen die Flagge ein.
Im Hafen liegt ein luxuriöses Motorboot und gibt Anlass zu Spekulationen: „Was das wohl gekostet hat?.... Mindestens 1 Million. Wie hat der Besitzer, so wie er aussieht, wohl sein Geld verdient? “
Freitag, 16. Juli
Die Sonne scheint wieder. Wir joggen über Stock und Stein, immer den blauen Punkten, des Küstenwanderwegs nach. Pitschi macht eine grosse Runde, Alfred ein kleine und nimmt in einer wunderschönen Bucht, mit Badesteg, ein schnelles Bad und entdeckt auf dem Rückweg Lenas Bageri. So gibts zum Frühstück frische Brötchen, Croissants und Zimtschnecken.
Leichte Brise aus Süd. Wir dürfen wieder kreuzen.
Jeden Tag ein Abenteuer! Dafür sorgt heute Pitschi. Auf dem Weg zum „WC“ an der Leewante, geht sie bis zum Bauch über Bord. Ein Stück der Fussreeling ist ausgebrochen. Pitschi hat sich aber gut festgehalten und kann sich selbst wieder an Bord ziehen.
Um 3 Uhr machen wir an der NO-Ecke von Raö fest. Phantastischer Ausblick: lautlos gleiten Boote durch die enge Fahrrinne auf Gullholmen zu.
Unser schwedischen Nachbarn am Ankerplatz sind besorgt am Züpfeln. Zu viel Wind und heute Nacht soll er drehen und zunehmen. Also züpfeln auch wir und spannen zusätzliche Leinen.
Pitschi entdeckt, auf dem Weg zum Bisle, Him-& Heidelbeeren und eine wunderschön gestreifte Raupe.... und philosophiert über : „... wieviel Serendipity man doch beim Bisle erfahren kann.“
Samstag, 17. Juli
Die Nacht ist völlig windstill. Der befürchtete Starkwind ist ausgeblieben.
Wir sind heute die Letzten, die ablegen. Grund: eine weitere Partie Backgammon, um jemand für den Abwasch zu bestimmen. Die Menge Geschirr ist heute abschreckend viel.... Wer verloren hat und den Abwasch machen musste, bleibt geheim. VerliererIn, reklamiert Persönlichkeitsschutz!
Die Fahrt verläuft harmonisch und ohne nennenswerte Vorkommnisse. Kurzer Boxenstop in Möllösund zum Tanken, Abfall entsorgen, Glacé, etc. Doch man soll den Tag nicht vor dem Abend loben......
Auf der Weiterfahrt zum nahen Ankerplatz Smögholmmarna, fahren wir eigentlich laut Karte, mit gebührendem Abstand an einem Stein vorbei.... Pitschi fragt noch, ob wir nicht zu nahe dran sind....da macht es schon „rum-pe-di-rumm“... das war wohl zu knapp vorbei.
Auf Smögholmmarna finden wir dann 2 weitere Beispiele für „serendipity“: 1. Auf der Suche nach Heidelbeeren, finden wir Himbeeren... und 2. findet Pitschi auf der Suche nach weiteren Himbeeren, perfektes timing, das „Toalet“-Häuschen.
Und hier noch der aktuelle Backgammon Spielstand Findus gegen Pettersson: 3 : 7
Sonntag, 19. Juli
Sonne, strahlend blauer Himmel und eine frische Brise aus West. Sollen wir innen-oder aussen herum? Nach einigem hin und her, nehmen wir die äussere Route, das heisst den Weg durch die Schären an der Westküste der Insel Tjörn.
Nur mit Fock machen wir > 5kn. Ab und zu setzen wir den Motor ein, wenn es gegenan geht. Es hat viel Verkehr und einige Passagen sind so schmal, dass man den Engegenkommenden die Hand reichen könnte..... na ja, fast so schmal.
Dann kommt ein offenes Stück. Wir setzen das Gross, und schon geht die Fahrt ab. Die „wilde Hilde“ krängt und gleitet durch die rauhe See und dann machts plötzlich BUMS.... Nein, dieses Mal kein Motorboot und kein Stein ......die Geschirrschublade ist herausgefallen. Sorry Annatina! 2 Teller und 2 Schalen weniger!
Dann flattert die Fock. Der Schäkel am Fockhals ist weg. Als wir wieder in ruhigere Gewässer kommen, nimmt Alfred die Fock runter und, als er genauer hinschaut, sieht er, dass auch ein Sicherungssplint im Bolzen am Vorstag fehlt.... ui, ui, das hätte vielleicht ins Auge gehen können.
Wir wollen das Schicksal heute nicht mehr weiter herausfordern und segeln nur mit Fock weiter.
In Marsstrand zwängen wir uns in eine Lücke und machen einen Boxenstop: WC, Rundblick von der Festung, Einkaufen und 1 Portion Fish & Chips.
Vasholmen ist unser Tagesziel. Ein populärer Ankerplatz, wie es scheint, vorallem für Segelboote. Links und rechts von uns zwängen sich noch 2 Yachten und nehmen die Hilde ins Sandwich.
Und weils halt sooooo fein ist, grillieren wir wieder: Lachs & ein Fischspiess mit Kartoffeln à la Fischhändler.
Montag, 20 Juli
Sonne. Doch dann kommen graue Wolken und bald ist der Himmel grau statt blau.
Letzte Etappe. Wir sausen mit > 5 Knoten und sind schon um 13 Uhr im Stadthafen von Göteborg, Lilla Bommen. Alles voll? Nein, im „Hinterhof“, mit nur 1.5m Wassertiefe, gibts noch genug Platz.
Lilla Bommen liegt mitten in der Stadt. Gerade gegenüber liegt Nordstan, ein grosses Einkaufszentrum und der Anfang der Shoppingmeile Göteborgs.
Was wünscht sich ein Tussi mehr? Also nichts wie los in die Stadt! Während Alfred sich auf die Suche nach einem Buchladen macht, um Karten für die Mälaren zu kaufen, taucht Pitschi in verschiedene Läden auf der Suche nach schicken Sommerschlussverkaufsschnäppchen.
Im Laden für maritimes Zubehör finden wir die passenden Sicherungssplinte und eine Halterung für den Herd, so dass Alfred in Zukunft auch bei Schräglage ohne Probleme Kaffee kochen kann. Dem Verkäufer knurrt der Magen so laut, dass er uns bereitwillig sein ganzes Essverhalten mitteilt. Auch unsere Mägen fangen an zu knurren. Vor lauter Shopping haben wir das Mittagessen ganz vergessen. In Haga, der Altstadt essen wir einen feinen Teller Antipasti (En Deli Haga)
Nach einer ausgiebigen Dusche, es war wirklich wieder mal notwendig, machen wir uns auf die Suche nach einem Restaurant. Die Wahl fällt aufs Ängla Café und wir werden nicht enttäuscht: es gibt feine Pasta!
Dienstag, 20 Juli
Gut geschlafen, trotz dem Lärm eines Stadthafens.
Frühstück. Die Vorräte gehen langsam zu Ende. Bäckerei? Der freundliche Hafenmeister weiss Rat. Und so geniessen Pettersson & Findus ein letzes Frühstück mit einem feinen Kanelcake.
Dann stechen wir nochmals los zum Einkaufen: Alfred ins Shopping Center in den Supermarket, um die Vorräte wieder aufzufüllen, bei Olson kauft er eine neue Bratpfanne und eine Potatis Press. Pitschi freut sich über ihr neues Kleid – geschenkt, gratis, wegen ein paar kleinen Löchern - Motten oder vielleicht Sabotage der schlechtbezahlten chinesischen Näherin?
Gegen Mittag treffen dann Steffi, Anna, Seli und Clea ein, um Pitschi für den Roadtrip mit dem Büsli abzuholen. Pitschi hat die Hilde nochmal herausgeputzt und neue Geschirrtücher aufgehängt.
Zum Abschied gibt’s einen feinen Picknick mit Räucherfisch und Crevetten. So endet Petterssons und Findus kulinarische Segelreise durch die westschwedischen Schären.
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2. Hilde segelt wieder!
Mittwoch, 23. Juni
Um 9.30 Uhr heisst es Leinen los. Wir machen noch einen kurzen Boxenstop in Björkö, um zu tanken und noch ein paar Vorräte einzukaufen. Im Tankstellenshop findet Alfred Blinker für die Angel, fachkundige Montage und Ratschläge inklusive.
Der Himmel ist noch bedeckt, doch ab mittag kommt immer mehr die Sonne durch. Wir passieren Marsstrand durch den „Hintereingang“....Wahrlich ein toller Anblick: die Stadt mit weissen Häusern, roten Ziegeldächern und ganz oben eine imposante alte Burg.
Jetzt geht es nicht mehr lange und wir erreichen unser Tagesziel, die Schäre Inre Vannholmen. Eine schöne windgeschützte Bucht. Der Himmel ist wolkenlos und es ist angenehm warm. Jetzt ein Bad! Wenn nur die bösen roten Quallen nicht wären!
Statt zu baden, installieren wir unsern Grill und geniessen ein feines Nachtessen: Fleisch, Würste, Gschwellti und Salat.
Donnerstag, 24. Juni
Während Annatina das Frühstück zubereitet, versucht sich Alfred im Angeln und ist bald kräftig am Fluchen....“Übung macht den Meister“meint Annatina und hilft im Enttüdeln der Angelschnur!
Blauer Himmel, eine leichte achterliche Brise. Segeln vom Feinsten! Wir segeln östlich von Tjörn den Hakefjord hinauf und passieren verschiedene kleine Inselchen mit schnuggeligen bunten Häuschen. Auf Lilla Brattön machen wir einen kurzen Boxenstop um Wasser zu tanken und im Kiosk gibt’s dann noch ein Glace und die Bestätigung, dass Deutschland gegen Ghana gewonnen hat und eine Runde weiter ist.
Wir kreuzen zwischen roten und grünen Tonnen durch das enge Fahrwasser des Skapesunds zum Stigfjord ... die letzten Meilen gegenan müssen wir dann motoren. Wir machen in einer wunderschönen Bucht auf der Insel Halsön fest. Nach einem Bad - ganz vorsichtig und vom Boot aus überwacht, denn leider hat es auch hier Quallen- fahren wir weiter. Heute Nacht ist kräftiger Wind aus SW/W angesagt und dafür ist die Bucht zu wenig geschützt.
Die Bucht auf Kalkerön ist windgeschützt. Daher sind wir auch nicht die Einzigen, die hier Schutz suchen. Alle guten Plätze sind besetzt. Nach einigen Versuchen –eine gute Gelegenheit für Christoph das Ankerwerfen zu üben – klappt’s dann doch. Zur Belohnung gibt’s Kotböller mit Reis ......mmmmmmhh FEIN!
Freitag, 25. Juni
„Nur noch 5 Minuten“, dann ist auch Christoph aufgestanden. Gut gestärkt mit einem reichhaltigen Frühstück segeln wir los. Wie vorhergesagt bläst heute eine frische Brise aus SW. Alfred hat schon mal vorsichtshalber gerefft. Wir, Annatina und Alfred im Duett, kreuzen ein paar Meilen. Als die Fahrrinne doch ziemlich schmal wird, holen wir das Gross ein und segeln nur noch mit Fock und Motor standby.
Als wir dann endlich in Käringön ankommen wartet der Hafenmeister schon auf der Hafenmauer: „The harbour is completely full“ Zum Glück können wir neben einem Motorboot längsseits gehen. Käringönwird seinem Ruf gerecht, die Insel ist eine richtige Schärenidylle. Genau der richtige Ort, für das heutige Mittsommernachtsfest. Annatina windet sich ein Blumenkränzchen. Um 3 Uhr schliessen wir uns dem Umzug an und erleben zum ersten Mal ein richtiges nordisches Mittsommerfest mit Tanz um den efeugeschmückten Johannibaum. Die Melodien erinnern an heimische Kinderlieder vom Johannifest im Steinerkindsgi.
Ein perfekter Tag, der noch perfekter gewesen wäre, wenn die Schweiz gegen Honduras einen Sieg zustande gebracht hätte. Christoph ist frustiert und gar nicht gut auf Hitzfeld und Co. zu sprechen.
Samstag, 26. Juni
Blauer Himmel und eine mässige Brise aus West. Laut Wetterbericht bleibt das Wetter die ganze Woche schön. So können wir es heute locker nehmen.. Ausschlafen, Kaffee und Havreflan in der warmen Morgensonne und einKissen für Steuerfrau/mann kaufen, wir haben schon Schwielen am Hintern.
Die heutige Etappe ist kurz (10 sm) aber spannend. Wir sausen - zeitweise mit > 6 Knoten - den Gullholmensund hoch. Viel Verkehr. Wir hoffen, dass alle nüchtern sind.
In Gullhomen machen wir einen Boxenstop. Gullholmen ist ein hüsches pittoreskes Dorf. Auch hier ist Hochbetrieb. Lange Schlange vor dem Glacéstand.
Mit Sandwich gestärkt setzen wir wieder Segel und segeln weiter nach Norden. Eine knappe Stunde später sind wir an unserm Tagesziel. Der erste Platz ist Fehlanzeige. Reserviert für eine grosse Party. Wir tuckern 1-2 sm weiter bis Skarvesäter. Nach viel Züpfeln und wohlgemeinten Ratschlägen von unserm Nachbarn - er holt sein Dinghi und macht noch eine Heckleine auf der Nachbarinsel an einem Haken fest- liegen wir jetzt sicher und gut geschützt wie in Abrahams Schoss.
Sonntag, 27. Juni
11 sm weiter und wir sind in Smögen, dem in-Ort an der Westküste. Aber noch ist nicht Hauptsaison und wir können uns ein Plätzchen an der Hafenpromenade aussuchen. Hilde bekommt immer wieder Komplimente – trotz Nasenpflaster. Die wird noch eingebildet, mit iheren 46 Jahren!
Dann geht’s zum Fussballspiel. Deutschland gewinnt 4 : 1gegen England. Das ist Spannung pur und ein Genuss – das müssen selbst die „Hop Schwyz – ler“ zugeben.
Vor lauter Fussball ist der Supermarkt gerade am Schliessen, als wir dort ankommen. „Only potatoes...“. Die Kassiererin hat Mitleid und lässt uns nochmal hinein. So ist unser Nachtessen nochmal gerettet: Gschwellti mit Räucherfisch und Salat. Alle sind sich einig es schmeckt wieder mal „mmmmmmmmhhhhh FEIN!“
Montag, 28. Juni
Gestärkt mit einem reichhaltigen Frühstück segeln wir los. Herrliches Wetter. Alle 10 Minuten fragt Annatina: „Bin ich schon braun?“
Kreuzen macht hungrig. Christoph begibt sich in die Kajüte und schmiert mit viel Liebe Brote.
Um 17 Uhr machen wir in Bassholmen fest. Christoph versucht sich, nachdem er sich heute erfolgreich als „Fock-Master“und „Gross-Master“ bewährt hat, auch in der Kunst die Leine am Steg festzumachen und sorgt damit für die Gesundheit der Crew: Lachen soll ja bekanntlich gesund sein.
Quallen? Keine zu sehen. Schnell ein kurzes Bad. Dann ein kleiner Spaziergang zur nahen Jugendherberge. Dort gibts Glacé. Bassholmen hält, was versprochen – wirklich ein sehr idyllisches Plätzchen.
Dann kommt der Catfish (Wels) auf den Grill. Dazu gibt’s, wie immer, Gschwellti und Salat. „Mmmmmhhh FEIN! ....nur Selbstgefangen schmeckt besser!“
Christoph versucht’s und fängt schlussendlich ein kleines Fischlein in Sardinengrösse. Es darf wieder zurück ins Wasser. Das schlechte Gewissen und die Sorge „ob er wohl überlebt?“ beschäftigen ihn noch bis in den Schlaf.
Dienstag, 29. Juni
Blauer Himmel. Früh am morgen macht auch Alfred einen Versuch einen Fisch fürs Nachtessen zu angeln. Aber sie haben noch keinen Appetit.
Dann heisst es „Leinen los zur letzten Etappe!“. Mit Fock und Flautenschieber geht’s zuerst durch die enge Passage von Strömmarna. Diese kann manchmal wegen der Strömung ganz schön heikel sein, aber heute „no problem!“
Dann geht’s mit einer leichten achterlichen Brise den Koljö Fjord hinauf, Kurs Uddevalla.
Der Hafen ist fast leer. Wer will schon nach Uddevalla? Aber der Hafen liegt zentral mitten in der Stadt, mit guten Einkaufsmöglichkeiten und fast stündlichen Bus-und Bahnverbindungen nach Göteborg.
So findet Alfred, ohne langes Suchen, einen neuen Wasserkocher und im nahen ICA Supermarkt finden wir alles, was das Herz begehrt.
Die Crew wünscht sich zum Abschied nochmal „Rökt Fisk“. Statt Dessert schauen wir die 2. Halbzeit Spanien gegen Portugal.
Nach langer Zeit gibt’s wieder mal einen Regenschauer.
Mittwoch, 30 Juni
Annatina & Christoph fahren heute morgen mit dem Bus nach Göteborg. Ab und zu regnet es noch ein paar Tropfen, bis dann, gegen mittag, wieder die Sonne durchkommt. Hafentag: Wäsche Waschen, Blog Aktualisieren, Einkaufen. Serendipity - im Buchladen finde ich 2 Naturhafenführer für die Westküste, sehr praktisch mit Luftbildern. Zu guter letzt, finde ich dann auch noch Patches, um meine Jeans zu flicken.
Andres, ein passionierter schwedischer Segler, gibt mir, bei einem Bierchen, noch ein paar gute Tipps für Natur-und andere Häfen und idyllische Routen für die fahrt nach Norden. Sein Lieblingsplatz ist „Paradise Beach“ auf Hjältön.
Donnerstag, 1. Juli
Als ich heute morgen aufwache, ist es völlig windstill und ruhig. Eine gute Gelegenheit auszuloten, ob der Mast gerade steht. Als Lot hänge ich einen grossen Schraubenschlüssel ans Grossfall. Hängt leicht backbord. Also ziehe ich die Backbordwante nochmal an. Und wo ich schon mal dran bin, auch noch den Vorstag.
Der Wetterbericht meint, dass das schöne Wetter kombiniert mit leichtem S-SW Wind weiterhin anhält.
Mache noch letzte Einkäufe, packe ich zusammen und dann geht’s los. Mein erster Tag als Einhandsegler. Alles klappt gut: Segel setzen, kreuzen, Segel bergen und auch das Anlegen mit Heckanker. Die Hilde wartet geduldig am Felsen, bis sie festgemacht wird.
Der Ankerplatz, Gröta Holme, sieht so aus wie die Schären an der Ostküste. Heidelbeeren hat es auch.
Es ist heiss. Ein kühles Bad wäre schön. Aber leider ist auch hier alles voll mit Quallen. Auf der andern Seite der Bucht hat es einen Sandstrand. Der ist zwar auch nicht quallenfrei aber im flachen Wasser sieht man sie besser.
Ganz allein, wie Robinson auf der Insel, geniesse ich einen einsamen Grillabend mit Chorizo, Gschwellti und Salat.
Freitag, 2. Juli
Ich versuche mich als Jäger (Fischer) und Sammler, bin aber nur im Letzteren erfolgreich und fülle ein Tonijoghurt Glas mit Heidelbeeren.
Es ist heiss und meistens Flaute. Ich dümple, jeden zarten Windhauch nutzend den selben Weg, den ich gestern gekommen bin wieder zurück.
Irgendwann ist totale Flaute. Ich gebe auf und werfe den Flautenschieber an. Nach 2-3 Meilen kommen die ersten Boote der Regatta, die heute in Uddevalla gestartet wurde, entgegen. Wenn die Segeln, muss es wohlWind haben? Also Motor aus und segeln....na ja die Geschwindigkeit ist nicht gerade berauschend: 1.5 – 2.5 Knoten, und die Freude nicht von langer Dauer. Ich muss wieder den Flautenschieber in Betrieb nehmen.
Als dann die Brücke über den Nötesund passiert ist, brist es auf und dann gehts ganz rassig an der Kreuz den Kalvö Fjord hinunter .... ui ui ui ...mit > 6 knt.
Die Pardise Beach kommt mir nicht so pardiesich vor, wie Andres sie geschildert hat. Die guten Plätze sind schon im Schatten und, ob man wohl mit Heckanker an Land kommt, ist auch nicht sicher. Also weiter, 2 sm entfernt liegt Stegelholmen. Eine gute Wahl. Ich mache am Hundpallen, gegenüber Stegelholmen, fest. Das Ankermanöver hätte auch diesesmal fast perfekt geklappt, doch dann war die Ankerleine 1 m zu kurz.... kein Problem, der schwedische Nachbar kommt sofort zur Hilfe.
Quallen? Keine zu sehen. Ab ins Wasser. Das muss das das Paradies sein, ein quallenfreier Ankerplatz!
Na ja, ganz quallenfrei ist’s auch hier nicht, wie ich am nächsten Morgen feststellen muss. Es hat Quallen, wenn auch nicht so viele und eher kleine.
Dafür gibt’s auch hier Heidelbeeren. Wie bei den Quallen „nicht so viele und eher kleine“. Ich sammle ein weiteres Glas voll.
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Um 9.30 Uhr heisst es Leinen los. Wir machen noch einen kurzen Boxenstop in Björkö, um zu tanken und noch ein paar Vorräte einzukaufen. Im Tankstellenshop findet Alfred Blinker für die Angel, fachkundige Montage und Ratschläge inklusive.
Der Himmel ist noch bedeckt, doch ab mittag kommt immer mehr die Sonne durch. Wir passieren Marsstrand durch den „Hintereingang“....Wahrlich ein toller Anblick: die Stadt mit weissen Häusern, roten Ziegeldächern und ganz oben eine imposante alte Burg.
Jetzt geht es nicht mehr lange und wir erreichen unser Tagesziel, die Schäre Inre Vannholmen. Eine schöne windgeschützte Bucht. Der Himmel ist wolkenlos und es ist angenehm warm. Jetzt ein Bad! Wenn nur die bösen roten Quallen nicht wären!
Statt zu baden, installieren wir unsern Grill und geniessen ein feines Nachtessen: Fleisch, Würste, Gschwellti und Salat.
Donnerstag, 24. Juni
Während Annatina das Frühstück zubereitet, versucht sich Alfred im Angeln und ist bald kräftig am Fluchen....“Übung macht den Meister“meint Annatina und hilft im Enttüdeln der Angelschnur!
Blauer Himmel, eine leichte achterliche Brise. Segeln vom Feinsten! Wir segeln östlich von Tjörn den Hakefjord hinauf und passieren verschiedene kleine Inselchen mit schnuggeligen bunten Häuschen. Auf Lilla Brattön machen wir einen kurzen Boxenstop um Wasser zu tanken und im Kiosk gibt’s dann noch ein Glace und die Bestätigung, dass Deutschland gegen Ghana gewonnen hat und eine Runde weiter ist.
Wir kreuzen zwischen roten und grünen Tonnen durch das enge Fahrwasser des Skapesunds zum Stigfjord ... die letzten Meilen gegenan müssen wir dann motoren. Wir machen in einer wunderschönen Bucht auf der Insel Halsön fest. Nach einem Bad - ganz vorsichtig und vom Boot aus überwacht, denn leider hat es auch hier Quallen- fahren wir weiter. Heute Nacht ist kräftiger Wind aus SW/W angesagt und dafür ist die Bucht zu wenig geschützt.
Die Bucht auf Kalkerön ist windgeschützt. Daher sind wir auch nicht die Einzigen, die hier Schutz suchen. Alle guten Plätze sind besetzt. Nach einigen Versuchen –eine gute Gelegenheit für Christoph das Ankerwerfen zu üben – klappt’s dann doch. Zur Belohnung gibt’s Kotböller mit Reis ......mmmmmmhh FEIN!
Freitag, 25. Juni
„Nur noch 5 Minuten“, dann ist auch Christoph aufgestanden. Gut gestärkt mit einem reichhaltigen Frühstück segeln wir los. Wie vorhergesagt bläst heute eine frische Brise aus SW. Alfred hat schon mal vorsichtshalber gerefft. Wir, Annatina und Alfred im Duett, kreuzen ein paar Meilen. Als die Fahrrinne doch ziemlich schmal wird, holen wir das Gross ein und segeln nur noch mit Fock und Motor standby.
Als wir dann endlich in Käringön ankommen wartet der Hafenmeister schon auf der Hafenmauer: „The harbour is completely full“ Zum Glück können wir neben einem Motorboot längsseits gehen. Käringönwird seinem Ruf gerecht, die Insel ist eine richtige Schärenidylle. Genau der richtige Ort, für das heutige Mittsommernachtsfest. Annatina windet sich ein Blumenkränzchen. Um 3 Uhr schliessen wir uns dem Umzug an und erleben zum ersten Mal ein richtiges nordisches Mittsommerfest mit Tanz um den efeugeschmückten Johannibaum. Die Melodien erinnern an heimische Kinderlieder vom Johannifest im Steinerkindsgi.
Ein perfekter Tag, der noch perfekter gewesen wäre, wenn die Schweiz gegen Honduras einen Sieg zustande gebracht hätte. Christoph ist frustiert und gar nicht gut auf Hitzfeld und Co. zu sprechen.
Samstag, 26. Juni
Blauer Himmel und eine mässige Brise aus West. Laut Wetterbericht bleibt das Wetter die ganze Woche schön. So können wir es heute locker nehmen.. Ausschlafen, Kaffee und Havreflan in der warmen Morgensonne und einKissen für Steuerfrau/mann kaufen, wir haben schon Schwielen am Hintern.
Die heutige Etappe ist kurz (10 sm) aber spannend. Wir sausen - zeitweise mit > 6 Knoten - den Gullholmensund hoch. Viel Verkehr. Wir hoffen, dass alle nüchtern sind.
In Gullhomen machen wir einen Boxenstop. Gullholmen ist ein hüsches pittoreskes Dorf. Auch hier ist Hochbetrieb. Lange Schlange vor dem Glacéstand.
Mit Sandwich gestärkt setzen wir wieder Segel und segeln weiter nach Norden. Eine knappe Stunde später sind wir an unserm Tagesziel. Der erste Platz ist Fehlanzeige. Reserviert für eine grosse Party. Wir tuckern 1-2 sm weiter bis Skarvesäter. Nach viel Züpfeln und wohlgemeinten Ratschlägen von unserm Nachbarn - er holt sein Dinghi und macht noch eine Heckleine auf der Nachbarinsel an einem Haken fest- liegen wir jetzt sicher und gut geschützt wie in Abrahams Schoss.
Sonntag, 27. Juni
11 sm weiter und wir sind in Smögen, dem in-Ort an der Westküste. Aber noch ist nicht Hauptsaison und wir können uns ein Plätzchen an der Hafenpromenade aussuchen. Hilde bekommt immer wieder Komplimente – trotz Nasenpflaster. Die wird noch eingebildet, mit iheren 46 Jahren!
Dann geht’s zum Fussballspiel. Deutschland gewinnt 4 : 1gegen England. Das ist Spannung pur und ein Genuss – das müssen selbst die „Hop Schwyz – ler“ zugeben.
Vor lauter Fussball ist der Supermarkt gerade am Schliessen, als wir dort ankommen. „Only potatoes...“. Die Kassiererin hat Mitleid und lässt uns nochmal hinein. So ist unser Nachtessen nochmal gerettet: Gschwellti mit Räucherfisch und Salat. Alle sind sich einig es schmeckt wieder mal „mmmmmmmmhhhhh FEIN!“
Montag, 28. Juni
Gestärkt mit einem reichhaltigen Frühstück segeln wir los. Herrliches Wetter. Alle 10 Minuten fragt Annatina: „Bin ich schon braun?“
Kreuzen macht hungrig. Christoph begibt sich in die Kajüte und schmiert mit viel Liebe Brote.
Um 17 Uhr machen wir in Bassholmen fest. Christoph versucht sich, nachdem er sich heute erfolgreich als „Fock-Master“und „Gross-Master“ bewährt hat, auch in der Kunst die Leine am Steg festzumachen und sorgt damit für die Gesundheit der Crew: Lachen soll ja bekanntlich gesund sein.
Quallen? Keine zu sehen. Schnell ein kurzes Bad. Dann ein kleiner Spaziergang zur nahen Jugendherberge. Dort gibts Glacé. Bassholmen hält, was versprochen – wirklich ein sehr idyllisches Plätzchen.
Dann kommt der Catfish (Wels) auf den Grill. Dazu gibt’s, wie immer, Gschwellti und Salat. „Mmmmmhhh FEIN! ....nur Selbstgefangen schmeckt besser!“
Christoph versucht’s und fängt schlussendlich ein kleines Fischlein in Sardinengrösse. Es darf wieder zurück ins Wasser. Das schlechte Gewissen und die Sorge „ob er wohl überlebt?“ beschäftigen ihn noch bis in den Schlaf.
Dienstag, 29. Juni
Blauer Himmel. Früh am morgen macht auch Alfred einen Versuch einen Fisch fürs Nachtessen zu angeln. Aber sie haben noch keinen Appetit.
Dann heisst es „Leinen los zur letzten Etappe!“. Mit Fock und Flautenschieber geht’s zuerst durch die enge Passage von Strömmarna. Diese kann manchmal wegen der Strömung ganz schön heikel sein, aber heute „no problem!“
Dann geht’s mit einer leichten achterlichen Brise den Koljö Fjord hinauf, Kurs Uddevalla.
Der Hafen ist fast leer. Wer will schon nach Uddevalla? Aber der Hafen liegt zentral mitten in der Stadt, mit guten Einkaufsmöglichkeiten und fast stündlichen Bus-und Bahnverbindungen nach Göteborg.
So findet Alfred, ohne langes Suchen, einen neuen Wasserkocher und im nahen ICA Supermarkt finden wir alles, was das Herz begehrt.
Die Crew wünscht sich zum Abschied nochmal „Rökt Fisk“. Statt Dessert schauen wir die 2. Halbzeit Spanien gegen Portugal.
Nach langer Zeit gibt’s wieder mal einen Regenschauer.
Mittwoch, 30 Juni
Annatina & Christoph fahren heute morgen mit dem Bus nach Göteborg. Ab und zu regnet es noch ein paar Tropfen, bis dann, gegen mittag, wieder die Sonne durchkommt. Hafentag: Wäsche Waschen, Blog Aktualisieren, Einkaufen. Serendipity - im Buchladen finde ich 2 Naturhafenführer für die Westküste, sehr praktisch mit Luftbildern. Zu guter letzt, finde ich dann auch noch Patches, um meine Jeans zu flicken.
Andres, ein passionierter schwedischer Segler, gibt mir, bei einem Bierchen, noch ein paar gute Tipps für Natur-und andere Häfen und idyllische Routen für die fahrt nach Norden. Sein Lieblingsplatz ist „Paradise Beach“ auf Hjältön.
Donnerstag, 1. Juli
Als ich heute morgen aufwache, ist es völlig windstill und ruhig. Eine gute Gelegenheit auszuloten, ob der Mast gerade steht. Als Lot hänge ich einen grossen Schraubenschlüssel ans Grossfall. Hängt leicht backbord. Also ziehe ich die Backbordwante nochmal an. Und wo ich schon mal dran bin, auch noch den Vorstag.
Der Wetterbericht meint, dass das schöne Wetter kombiniert mit leichtem S-SW Wind weiterhin anhält.
Mache noch letzte Einkäufe, packe ich zusammen und dann geht’s los. Mein erster Tag als Einhandsegler. Alles klappt gut: Segel setzen, kreuzen, Segel bergen und auch das Anlegen mit Heckanker. Die Hilde wartet geduldig am Felsen, bis sie festgemacht wird.
Der Ankerplatz, Gröta Holme, sieht so aus wie die Schären an der Ostküste. Heidelbeeren hat es auch.
Es ist heiss. Ein kühles Bad wäre schön. Aber leider ist auch hier alles voll mit Quallen. Auf der andern Seite der Bucht hat es einen Sandstrand. Der ist zwar auch nicht quallenfrei aber im flachen Wasser sieht man sie besser.
Ganz allein, wie Robinson auf der Insel, geniesse ich einen einsamen Grillabend mit Chorizo, Gschwellti und Salat.
Freitag, 2. Juli
Ich versuche mich als Jäger (Fischer) und Sammler, bin aber nur im Letzteren erfolgreich und fülle ein Tonijoghurt Glas mit Heidelbeeren.
Es ist heiss und meistens Flaute. Ich dümple, jeden zarten Windhauch nutzend den selben Weg, den ich gestern gekommen bin wieder zurück.
Irgendwann ist totale Flaute. Ich gebe auf und werfe den Flautenschieber an. Nach 2-3 Meilen kommen die ersten Boote der Regatta, die heute in Uddevalla gestartet wurde, entgegen. Wenn die Segeln, muss es wohlWind haben? Also Motor aus und segeln....na ja die Geschwindigkeit ist nicht gerade berauschend: 1.5 – 2.5 Knoten, und die Freude nicht von langer Dauer. Ich muss wieder den Flautenschieber in Betrieb nehmen.
Als dann die Brücke über den Nötesund passiert ist, brist es auf und dann gehts ganz rassig an der Kreuz den Kalvö Fjord hinunter .... ui ui ui ...mit > 6 knt.
Die Pardise Beach kommt mir nicht so pardiesich vor, wie Andres sie geschildert hat. Die guten Plätze sind schon im Schatten und, ob man wohl mit Heckanker an Land kommt, ist auch nicht sicher. Also weiter, 2 sm entfernt liegt Stegelholmen. Eine gute Wahl. Ich mache am Hundpallen, gegenüber Stegelholmen, fest. Das Ankermanöver hätte auch diesesmal fast perfekt geklappt, doch dann war die Ankerleine 1 m zu kurz.... kein Problem, der schwedische Nachbar kommt sofort zur Hilfe.
Quallen? Keine zu sehen. Ab ins Wasser. Das muss das das Paradies sein, ein quallenfreier Ankerplatz!
Na ja, ganz quallenfrei ist’s auch hier nicht, wie ich am nächsten Morgen feststellen muss. Es hat Quallen, wenn auch nicht so viele und eher kleine.
Dafür gibt’s auch hier Heidelbeeren. Wie bei den Quallen „nicht so viele und eher kleine“. Ich sammle ein weiteres Glas voll.
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1. Auf den Spuren der Wikinger
Sonntag, 8. Juni 2010
Gestern sind Ladina und Dario angekommen.Der Schlaftest ist geglückt. Man kann also auch zu dritt in der Hilde schlafen – wenn auch ein bischen kuschelig.
Früh aufstehen lohnt sich heute. Ein perfekter Sonnen-Sonntag ist angesagt. Zuerst gibt’s ein gemütliches Frühstück mit Cappucino! – Ladi hat einen Milchschäumer mitgebracht. Dann geht’s los.
Mit einer leichten achterlichen Brise kommen wir gut voran, Um 16 Uhr haben wir unser Tagesziel, Sonderborg, schon erreicht. Wir beschliessen noch ein Stück weiter zu segeln.
Wir sichten Schweinswale. In schlechtes Ohmen! Letztes Mal ist die Hilde aufgesessen. Wir fahren daher durch die enge Passage in die Dywigbucht ganz „süferli“ im Schritttempo.
In der, laut Törnführer, immer überfüllten Bucht hat es noch viel Platz. Es ist immer noch Vorsaison.
Zum Z’Nacht gibt’s Bärlauchpesto und, daWarmwasserknopf nicht gefunden, eine kalte Dusche für Dario und Ladina.
Montag, 7.Juni.2010
Wie vorhergesagt, fängt es heute morgen um 5 Uhr an zu regnen. Ununterbrochen bis zum mittag. Tropf tropf macht es unter der Vorluke. Die Hilde ist nicht mehr ganz dicht. Wir stellen Töpfe auf.
Gegen mittag lässt der Regen nach. Wir packen zusammen und fahren los – Ziel die Insel Aaro (18sm)
Rasmus meint es gut mit uns. Wir kommen gut voran und Ladina stellt mit 6.7 Knoten den heutigen Geschwindigkeitsrekord auf.
Dienstag, 8. Juni 2010
Um 5:30 Uhr heisst es „AUFSTEHEN!“ Wir wollen heute möglichst weit kommen. Der Wetterbericht hat achterlichen Wind aus Süd vorhergesagt und die Sonne soll sich vielleicht auch noch blicken lassen. Na ja, anfangs sieht es nicht so aus: der Himmel ist grau in grau und es ist kalt.
Wir kommen gut voran: 3-4 Knoten/Stunde.
Bei der Durchfahrt durch die Beltbrücken gibt’s Bratkartoffel („Fussbodenrösti“)
Zum Schluss kommt dann noch –wie vorhergesagt – die Sonne raus. T-shirt Wetter. Um ½ 6 Uhr machen wir in Bogense – Fünen’s nördlichstem Hafen – fest.
Wir grillieren im Hafen. Ein angenehm warmer Abend.
Mittwoch, 9. Juni 2010
Heute nacht regnet es wieder. Ladina stellt wieder Töpfe unters Vorluk. Gleich nach dem Aufstehen macht sich Alfred auf die Suche nach Dichtungsmaterial und wird fündig.
Wieder hört der Regen gegen mittag auf. Wir fahren los Kurs Samso. Rasmus hat heute keine Lust, wir müssen den Flautenschieber zur Hilfe nehmen.
Wir sichten wieder Schweinswale. Aufgepasst! Für das tägliche „Abenteuer“ sorgt heute Dario beim Anlegen. Beim Sprung auf den Steg, schätzt er die Entfernung falsch ein und landet im Hafenbecken von Ballen (Samso)
Donnerstag, 10. Juni 2010
Ein nasskalter Tag. Es regnet heute ohne Unterbruch. Wir wettern ab.
Freitag, 11. Juni 2010
Der Wetterbericht hat für morgen Vormittag eine Regenpause vorhergesagt. Wir machen wieder Frühstart und legen um 6.40 Uhr ab – Kurs Arhus. Frühstück gibt’s unterwegs. Ein weiser Entschluss, wie sich später herausstellen wird. Kaum haben wir in Arhus im Stadt-/Nordhafen festgemacht, schon geht der erste Regenschauer nieder.
Wieder Schweinswale gesehen. Dabei sollen die doch selten sein. Oder vielleicht leisten sie uns halt gerne Gesellschaft?
Arhus ist die zweitgrösste Stadt Dänemarks und nennt sich die „kleinste Grossstadt der Welt“.
Es gibt ein hübsches Quartier Latin mit Szenen Cafés und Läden, mit allem, was ein Tussiherz begehrt. Wir kaufen ein und schauen das WM –Eröffnungsspiel South-Africa gegen Mexiko.
Samstag, 12. Juni 2010
Der Wind hat über Nacht kräftig zugelegt. Starkwindwarnung für die ganze Nord-und Ostsee. Wir legen 2 Hafentage ein. Ab und zu ein Regenschauer. Kalt 15°....brrrrrh.!
Die 2 Star-Segler machen sich auf zur Regatta von Arhus nach Samso. Die Hilde hat 3 Stars an Bord und kann leider nicht mitmachen.
Nach dem Frühstück gehen Ladina & Dario die kleinste Grossstadt der Welt erkunden. Alfred macht ein Schwätzchen mit Eric, einem Einhandsegler aus HH und kauft ihm die Seekarten für die schwedische Westküste ab.
Einkaufen, hinterher gibt’s Café und Glacé auf der Hilde – so wie sich das gehört im „Dänischen Sommer“. Zum Aufwärmen gibt’s dann feurige Spaghetti zum Z’nacht. Dann ab in den warmen Schlafsack.
Sonntag, 13 Juni 2010
Weiterhin (zu)viel Wind. ...aber heute mit SonneJ. Wir satteln unsere Arhus-City Drahtesel (die Velos sind gratis, an mehreren Veloparkplätzen in der Stadt erhältlich, 20 Kronen einstecken so wie bei den Migros-Einkaufswagen) und machen uns auf die Suche nach dem Schloss Marselisborg. Das Schloss finden wir nicht aber den neuen schicken Yachthafen Marselisborg.
Tea-Time mit feinen Muffins und Schnecken auf der Hilde. Dann machen sich Dario und Ladina auf die Suche nach Parmesan – leider erfolglos. Die Dänen scheinen auch ohne Parmesan ganz gut zurecht zu kommen.
Nach dem Nachtessen (Spaghetti mit dem Rest Pesto und Tomatensauce) geht’s auf in den Pub. Deutschland gewinnt gegen Australien 4:0. So endet dieser Tag, vorallem für Alfred, mit einem Hochgefühl.
Montag, 14 Juni 2010
7 Uhr, wieder mal ein Frühstart. Mit einer guten achterlichen Brise kommen wir gut voran.
(Tagesrekord > 7 Knoten !!). Als wir schon fast unser Tagesziel, Grena ereicht haben, sticht uns der Hafer. Warum nicht gleich bis Anholt durchsegeln. Für morgen hat nämlich der Wetterbericht N-NO angesagt, d.h. gegenan. Sollen wir? Oder lieber nicht? Sollen wir? Oder lieber nicht?... schlieslich nehmen wir Kurs auf Anholt. Es geht nicht lange und der Wind schläft ein. „Ohne mich!“, meint Alfred und nimmt wieder Kurs auf Grena. „Ich hab ja nur Spass gemacht“, meint Rasmus und dreht die Winddüse wieder auf. Also wieder Kurs Anholt! Rasmus macht weiter mit seinen Spielchen und es geht nicht lange und der Wind schläft wieder ein. Schlieslich müssen wir doch motoren und dümpeln 20 sm durch die Restdünung nach Anholt. Die Gesichter der Crew werden unter dem sonnigen Teint immer bleicher....
So sind wir alle froh, dass wir gegen 20 Uhr schliesslich in Anholt eintreffen. Wir machen längseits an einem Steg fest. Es ist noch Vorsaison und hat noch genug freie Plätze. In der Hochsaison (Juli – Mitte August) finden 600 Boote hier Platz. Dann gibt’s Party!
Dienstag, 15. Juni 2010
Sonne & blauer Himmel. Heute ist Inseltag angesagt. Jogging am Strand entlang, Wäsche waschen, Frühstück in der warmen Sonne...
Dann mieten wir uns 3 schicke Inselbikes – ohne Gangschaltung- ist ja alles flach oder „geht ja alles geradeaus“, wie der CH-Teil der Manschaft sagt. Wir besteigen die Aussichtpunkte „Nordbjerg“ und „Sonderbjerg“. Auf letzterem geniessen wir ein Picknic mit herrlicher Aussicht aufsMeer, die Inselwüste im Osten und am Horizont im Westen glauben wir das dänische Festland zu erkennen.
Beim Fischhändler im Hafen kaufen wir 3 Schollen zum Braten für heute abend und Räucherfische für morgen. Die Bordküche zaubert dann mit den Minibratpfannen jonglierend ein Deluxe Menü: Gebratene Scholle, Gschwellti und Salat.
Mittwoch, 16. Juni 2010
Weiterhin Sonne und blauer Himmel. Der ideale Tag für die Überfahrt nach Schweden. Nur was macht der Wind? Die Richtung stimmt zwar. Aber ob er wohl durchhält? Besser wir spendieren Rasmus noch einen Schluck. Aber Rasmus steht wohl nicht auf Rum. Es geht nicht lange und wir dümpeln wieder vor dem Wind ....wumm, bumm... Alfred macht sich Sorge um Hildes Takelage.
Hätten wir jetzt nur einen Spinnakerbaum...aber vielleicht geht’s auch mit dem Bootshaken? Und siehe da mit viel Geduld und Züpfeln steht der Spinnaker und mit einer leichten achterlichen Brise sausen wir mit 5 Knoten nach Schweden.
In Varberg angekommen gibt’s für alle ein feines Glacé und dann zum Z’nacht den geräucherten Fisch aus Anholt.
Donnerstag, 17. Juni 2010
Gleich nach dem Frühstück macht sich Alfred auf in die Stadt, in den Buchladen und findet dort den bewährten „Natur- och Gästhamnar Guide“ für die schwedische Westküste und kauft dazu noch ein Wörterbuch. Jetzt braucht es nur noch Fleisch für den Grill und wir sind gerüstet für die Schären.
Wir studieren kurz den Guide und wählen die Bucht von Mönster, ein Naturhafen, gut geschützt vor nördlichen Winde.
Wir kommen flott voran und sind schon um 16 Uhr am Ziel. Das Ankern will wieder geübt sein. Erst ist die Ankerleine zu kurz, dann zu lang. Dann parkieren wir nochmal um in die windgeschützte Bucht beim Badestrand.
Wir installieren den Grill und sammeln Holz . Ab und zu kommt blauer Himmel durch die Wolken.Wir geniessen unsern ersten Abend im „Schärenmiljö“.
Freitag, 18. Juni 2010
Heute nacht fängt es an zu blasen, immer noch aus SW. Die Hilde wird ganz schön hin und her geschaukelt. Am morgen dreht der Wind auf WNW und nimmt zu. Blauer Himmel aber draussen hat es Wellen und weisse Schaumkronen. Der Wetterbericht hat Böen von 6-7 bft angeküdigt. Da bleiben wir lieber hier. In der windgeschützten Bucht ist es sommerlich warm. Das Thermometer zeigt in der Sonne über 30° und 18° Wassertemperatur. Badewetter! Alfred wagt es als erster, dann hüpft auch Ladina hinein und Dario wagt, nachdem er sicher ist, dass keine roten Quallen hat, einen Kopfsprung vom Boot aus.
Der Wind lässt nach. Wir schlagen ein Reff ein und machen die Hilde startklar. Nachdem wir aus der Bucht hinausgekreuzt sind, segeln wir hart am Wind, Kurs NNW, Ziel Vrangö. Nach all den Schwachwindtagen wird jetzt richtig gesegelt. In der Kajüte fliegt alles was nicht gut festgezurrt ist polternd hin und her und Duschen sind gratis.
Der Hafen von Vrangö ist schon recht voll. Die meisten liegen schon im Päckchen. Aber wir finden im privaten Teil noch ein grünmarkiertes Plätzchen. Alle sind sich einig, das war ein toller Segeltag!
Samstag, 19. Juni 2010
Die grauen Wolken verziehen sich bald. Eine leichte Brise weht aus NW. Der Himmel meint es gut mit uns und den Schweden und ihrer Prinzessin, die heute in Stockholm heiratet. Nachdem wir unsere Vorräte ergänzt und frischen Fisch für’s Nachtessen gekauft haben legen wir um 12 Uhr ab. Die letzten 10 sm bis Göteborg sind ja nur noch ein Katzensprung. Aber wie das so ist mit Tagen, die so perfekt beginnen, kommt dann alles anderst....
Wir legen ab und setzen Segel. Alfred übt sich als Einhandsegler. Alles klappt perfekt. Wir sausen mit achterlichem Wind an der Küste Vrangös entlang nach Süden.
Und plötzlich macht es BUMMs ... alle fliegen nach vorne .... Alfred hält eine abgebrochene Pinne in der Hand und starrt entsetzt auf das Motorboot, das sich frontal über Hildes Bug gestülpt hat. Der Motorbootfahrer stammelt etwas von .... „I am sorry... and will repair everything…” Wir versuchen das Motorboot wegzustossen … aber ohne Erfolg…. Segel runter….Motor springt natürlich nicht an…wir treiben manövrierunfähig auf die Felsen zu.
Dario hat eine Platzwunde am Kopf. Der Motorbootfahrer ist durch die Windschutzscheibe geflogen, blutet und ist vermutlich stockbesoffen ....
Ein anderes Motorboot kommt uns, nach langem Rufen und Winken zur Hilfe und schleppt uns wieder ins tiefere Fahrwasser. Aber auch die 2 Tyopen auf diesem Boot scheinen nicht mehr ganz nüchtern. Sind denn in Schweden alle Motorbootfahrer schon vor Mittag besoffen? Wir rufen die Notfallnummer 112 .... dann geht alles sehr schnell. Zuerst kommt der Seenotrettungskreuzer, dann die Coastguard. Darios Beule wird an Bord des Seetnotrettungskreuzers verarztet. Als er dann bleich und bleicher wird und es ihm schliesslich schwarz vor den Augen, wird er, begleitet von Ladina, highspeed mit 36 knoten ins Spital nach Göteborg zur Abklärung gefahren.
Die Hilde wird mit Alfred im Hafen abgesetzt und der Motorbootfahrer zur Blutprobe gebracht.
Später kommen dann Johann und Andreas von der Coastguard, um den Unfallhergang zu protokolieren. Fazit: wer Schuld hat ist klar: ein Motorboot muss einem Segelboot ausweichen und, dann kommt die Meldung, dass der Motorbootfahrer > 1 Promille im Blut hat. In Schweden bedeutet das „severely drunk“ Eine Kopie des Protokolls, wie von derVersicherung gewünscht, können sie leider nicht geben. Diese Information bleibt „classified“ bis ein Richter sie freigibt. Die beiden sind aber überaus hilfsbereit: Ein Anruf bei einer Werft in Öckerö - ca. 10 sm NW gelegen. Wir können die Hilde bringen. Später melden sie, dass sie die Versicherung angerufen und über den Unfallhergang informiert haben.
Darios Beule scheint auch nicht gravierend zu sein und wir beschliessen uns in Öckerö wieder zu treffen. Dario und Ladina mit dem Bus. Ich tuckere mit der Hilde nach Öckerö. Jonas von der Werft, die uns die Coastguards empfohlen haben, kommt den Schaden anschauen und vermittelt uns dann weiter an Göran von der Nachbarwerft. Der meint, dass sie das schon machen können aber wie lange es dauert, weiss er auch nicht. Vielleicht 1 Woche, vielleicht 2 Wochen. Er muss erst noch mit dem Vater sprechen.
Sonntag, 20 Juni
Ladina und Dario reisen ab. Telefon mit Annatina: Besser den Flug absagen. Ansonsten gilt erst mal „Abwarten & Tee Trinken“. Ich aktualisiere den Blog. Fülle die Schadensmeldung für die Versicherung aus,...
Am Abend schaut sich Göran die Hilde nochmals an und meint, dass er mindestens 3 Wochen für die Reparatur braucht. „All cosmetic“, meint der Hafenmeister, „warum flickst du das Boot nicht notdürftig und lässt es im Winter reparieren?“ Ja warum eigentlich nicht.
Skype mit Annatina. Der Ryanair – Schnäppchenflug ist immer noch zu haben.Vielleicht klappt’s dann doch noch.
Montag, 21 Juni
Als erstes skype ich mit der Werft in Kungsör, wo die Hilde ins Winterlager soll, und frage ob sie die Reparatur machen können....“Can do“...Weitere Telefonanrufe mit der Versicherung und dem Schadensurveyor Lars Eklund in Göteborg. Er verspricht gegen 11 Uhr vorbeizukommen.
Ich bringe die Hilde zur Werft. Dort wird sie aus dem Wasser genommen und aufgebockt für die Schadensinspektion.
Der Schaden wird aufgenommen, Göran soll einen Kostenvoranschlag machen und ein „Pflaster“ für die Hilde. Der Schadenexperte will morgen nochmal kommen und die Notreparatur begutachten.
Ich gebe Annatina & Christoph grünes Licht. Sie wollen morgen abend kommen.
Schweiz - Chile. „Hop Schwyz!“ – hilft leider nicht. Der Schiedsrichter verteilt viele gelbe und eine rote Karte. Die Schweizer geben ihr bestes, aber das reicht nicht. Chile gewinnt 1:0.
Plaudere ein bischen mit einem Angler im Hafen, der einen Fisch nach dem andern aus dem Wasser zieht. Ich packe zum ersten mal meine, letztes Jahr gekaufte Angel aus, und lasse mir zeigen, wie man Haken, Gewichte etc. befestigt. Ein Windstoss bläst die Gebrauchsanweisung für die Angel ins Wasser. Bis ich den Bootshaken geholt habe ist sie auf Nimmerwiedersehn ertrunken.
Göran hat mir ein Zimmer im Öckerö Maritime Center gebucht. Potz blitz, ein ganz schickes Zimmer mit Meerblick.
Dienstag, 22. Juni
Welch ein Luxus, mal wieder in einem Bett zu schlafen und zu duschen, so lange man will!!
Als ich nach einem feinen und reichhaltigen Frühstück hat die Operation von Hildes „Nase“ schon begonnen.
Ich mache mich auch an die Arbeit und dichte die Vorluke ab. Alles ein bischen „messy“. Immer wieder muss ich die schwarze, klebrige Dichtungsmasse dort wegputzen, wo sie nichts verloren hat.
Ich leihe mir das Werftvelo und fahre in den Supermarkt zum Grosseinkauf.
Um 3 Uhr kommt der Versicherungsexperte. Auch er staunt. Die Hilde hat jetzt ein schickes „Holzpflaster“ auf der „Steuerbord-Backe“. Sie wird wieder zu Wasser gelassen und ist wieder seetüchtig.
Gegen 20 Uhr treffen Annatina und Christoph ein. Z’nacht: Räucherfisch und Gschwellti.
Gestern sind Ladina und Dario angekommen.Der Schlaftest ist geglückt. Man kann also auch zu dritt in der Hilde schlafen – wenn auch ein bischen kuschelig.
Früh aufstehen lohnt sich heute. Ein perfekter Sonnen-Sonntag ist angesagt. Zuerst gibt’s ein gemütliches Frühstück mit Cappucino! – Ladi hat einen Milchschäumer mitgebracht. Dann geht’s los.
Mit einer leichten achterlichen Brise kommen wir gut voran, Um 16 Uhr haben wir unser Tagesziel, Sonderborg, schon erreicht. Wir beschliessen noch ein Stück weiter zu segeln.
Wir sichten Schweinswale. In schlechtes Ohmen! Letztes Mal ist die Hilde aufgesessen. Wir fahren daher durch die enge Passage in die Dywigbucht ganz „süferli“ im Schritttempo.
In der, laut Törnführer, immer überfüllten Bucht hat es noch viel Platz. Es ist immer noch Vorsaison.
Zum Z’Nacht gibt’s Bärlauchpesto und, daWarmwasserknopf nicht gefunden, eine kalte Dusche für Dario und Ladina.
Montag, 7.Juni.2010
Wie vorhergesagt, fängt es heute morgen um 5 Uhr an zu regnen. Ununterbrochen bis zum mittag. Tropf tropf macht es unter der Vorluke. Die Hilde ist nicht mehr ganz dicht. Wir stellen Töpfe auf.
Gegen mittag lässt der Regen nach. Wir packen zusammen und fahren los – Ziel die Insel Aaro (18sm)
Rasmus meint es gut mit uns. Wir kommen gut voran und Ladina stellt mit 6.7 Knoten den heutigen Geschwindigkeitsrekord auf.
Dienstag, 8. Juni 2010
Um 5:30 Uhr heisst es „AUFSTEHEN!“ Wir wollen heute möglichst weit kommen. Der Wetterbericht hat achterlichen Wind aus Süd vorhergesagt und die Sonne soll sich vielleicht auch noch blicken lassen. Na ja, anfangs sieht es nicht so aus: der Himmel ist grau in grau und es ist kalt.
Wir kommen gut voran: 3-4 Knoten/Stunde.
Bei der Durchfahrt durch die Beltbrücken gibt’s Bratkartoffel („Fussbodenrösti“)
Zum Schluss kommt dann noch –wie vorhergesagt – die Sonne raus. T-shirt Wetter. Um ½ 6 Uhr machen wir in Bogense – Fünen’s nördlichstem Hafen – fest.
Wir grillieren im Hafen. Ein angenehm warmer Abend.
Mittwoch, 9. Juni 2010
Heute nacht regnet es wieder. Ladina stellt wieder Töpfe unters Vorluk. Gleich nach dem Aufstehen macht sich Alfred auf die Suche nach Dichtungsmaterial und wird fündig.
Wieder hört der Regen gegen mittag auf. Wir fahren los Kurs Samso. Rasmus hat heute keine Lust, wir müssen den Flautenschieber zur Hilfe nehmen.
Wir sichten wieder Schweinswale. Aufgepasst! Für das tägliche „Abenteuer“ sorgt heute Dario beim Anlegen. Beim Sprung auf den Steg, schätzt er die Entfernung falsch ein und landet im Hafenbecken von Ballen (Samso)
Donnerstag, 10. Juni 2010
Ein nasskalter Tag. Es regnet heute ohne Unterbruch. Wir wettern ab.
Freitag, 11. Juni 2010
Der Wetterbericht hat für morgen Vormittag eine Regenpause vorhergesagt. Wir machen wieder Frühstart und legen um 6.40 Uhr ab – Kurs Arhus. Frühstück gibt’s unterwegs. Ein weiser Entschluss, wie sich später herausstellen wird. Kaum haben wir in Arhus im Stadt-/Nordhafen festgemacht, schon geht der erste Regenschauer nieder.
Wieder Schweinswale gesehen. Dabei sollen die doch selten sein. Oder vielleicht leisten sie uns halt gerne Gesellschaft?
Arhus ist die zweitgrösste Stadt Dänemarks und nennt sich die „kleinste Grossstadt der Welt“.
Es gibt ein hübsches Quartier Latin mit Szenen Cafés und Läden, mit allem, was ein Tussiherz begehrt. Wir kaufen ein und schauen das WM –Eröffnungsspiel South-Africa gegen Mexiko.
Samstag, 12. Juni 2010
Der Wind hat über Nacht kräftig zugelegt. Starkwindwarnung für die ganze Nord-und Ostsee. Wir legen 2 Hafentage ein. Ab und zu ein Regenschauer. Kalt 15°....brrrrrh.!
Die 2 Star-Segler machen sich auf zur Regatta von Arhus nach Samso. Die Hilde hat 3 Stars an Bord und kann leider nicht mitmachen.
Nach dem Frühstück gehen Ladina & Dario die kleinste Grossstadt der Welt erkunden. Alfred macht ein Schwätzchen mit Eric, einem Einhandsegler aus HH und kauft ihm die Seekarten für die schwedische Westküste ab.
Einkaufen, hinterher gibt’s Café und Glacé auf der Hilde – so wie sich das gehört im „Dänischen Sommer“. Zum Aufwärmen gibt’s dann feurige Spaghetti zum Z’nacht. Dann ab in den warmen Schlafsack.
Sonntag, 13 Juni 2010
Weiterhin (zu)viel Wind. ...aber heute mit SonneJ. Wir satteln unsere Arhus-City Drahtesel (die Velos sind gratis, an mehreren Veloparkplätzen in der Stadt erhältlich, 20 Kronen einstecken so wie bei den Migros-Einkaufswagen) und machen uns auf die Suche nach dem Schloss Marselisborg. Das Schloss finden wir nicht aber den neuen schicken Yachthafen Marselisborg.
Tea-Time mit feinen Muffins und Schnecken auf der Hilde. Dann machen sich Dario und Ladina auf die Suche nach Parmesan – leider erfolglos. Die Dänen scheinen auch ohne Parmesan ganz gut zurecht zu kommen.
Nach dem Nachtessen (Spaghetti mit dem Rest Pesto und Tomatensauce) geht’s auf in den Pub. Deutschland gewinnt gegen Australien 4:0. So endet dieser Tag, vorallem für Alfred, mit einem Hochgefühl.
Montag, 14 Juni 2010
7 Uhr, wieder mal ein Frühstart. Mit einer guten achterlichen Brise kommen wir gut voran.
(Tagesrekord > 7 Knoten !!). Als wir schon fast unser Tagesziel, Grena ereicht haben, sticht uns der Hafer. Warum nicht gleich bis Anholt durchsegeln. Für morgen hat nämlich der Wetterbericht N-NO angesagt, d.h. gegenan. Sollen wir? Oder lieber nicht? Sollen wir? Oder lieber nicht?... schlieslich nehmen wir Kurs auf Anholt. Es geht nicht lange und der Wind schläft ein. „Ohne mich!“, meint Alfred und nimmt wieder Kurs auf Grena. „Ich hab ja nur Spass gemacht“, meint Rasmus und dreht die Winddüse wieder auf. Also wieder Kurs Anholt! Rasmus macht weiter mit seinen Spielchen und es geht nicht lange und der Wind schläft wieder ein. Schlieslich müssen wir doch motoren und dümpeln 20 sm durch die Restdünung nach Anholt. Die Gesichter der Crew werden unter dem sonnigen Teint immer bleicher....
So sind wir alle froh, dass wir gegen 20 Uhr schliesslich in Anholt eintreffen. Wir machen längseits an einem Steg fest. Es ist noch Vorsaison und hat noch genug freie Plätze. In der Hochsaison (Juli – Mitte August) finden 600 Boote hier Platz. Dann gibt’s Party!
Dienstag, 15. Juni 2010
Sonne & blauer Himmel. Heute ist Inseltag angesagt. Jogging am Strand entlang, Wäsche waschen, Frühstück in der warmen Sonne...
Dann mieten wir uns 3 schicke Inselbikes – ohne Gangschaltung- ist ja alles flach oder „geht ja alles geradeaus“, wie der CH-Teil der Manschaft sagt. Wir besteigen die Aussichtpunkte „Nordbjerg“ und „Sonderbjerg“. Auf letzterem geniessen wir ein Picknic mit herrlicher Aussicht aufsMeer, die Inselwüste im Osten und am Horizont im Westen glauben wir das dänische Festland zu erkennen.
Beim Fischhändler im Hafen kaufen wir 3 Schollen zum Braten für heute abend und Räucherfische für morgen. Die Bordküche zaubert dann mit den Minibratpfannen jonglierend ein Deluxe Menü: Gebratene Scholle, Gschwellti und Salat.
Mittwoch, 16. Juni 2010
Weiterhin Sonne und blauer Himmel. Der ideale Tag für die Überfahrt nach Schweden. Nur was macht der Wind? Die Richtung stimmt zwar. Aber ob er wohl durchhält? Besser wir spendieren Rasmus noch einen Schluck. Aber Rasmus steht wohl nicht auf Rum. Es geht nicht lange und wir dümpeln wieder vor dem Wind ....wumm, bumm... Alfred macht sich Sorge um Hildes Takelage.
Hätten wir jetzt nur einen Spinnakerbaum...aber vielleicht geht’s auch mit dem Bootshaken? Und siehe da mit viel Geduld und Züpfeln steht der Spinnaker und mit einer leichten achterlichen Brise sausen wir mit 5 Knoten nach Schweden.
In Varberg angekommen gibt’s für alle ein feines Glacé und dann zum Z’nacht den geräucherten Fisch aus Anholt.
Donnerstag, 17. Juni 2010
Gleich nach dem Frühstück macht sich Alfred auf in die Stadt, in den Buchladen und findet dort den bewährten „Natur- och Gästhamnar Guide“ für die schwedische Westküste und kauft dazu noch ein Wörterbuch. Jetzt braucht es nur noch Fleisch für den Grill und wir sind gerüstet für die Schären.
Wir studieren kurz den Guide und wählen die Bucht von Mönster, ein Naturhafen, gut geschützt vor nördlichen Winde.
Wir kommen flott voran und sind schon um 16 Uhr am Ziel. Das Ankern will wieder geübt sein. Erst ist die Ankerleine zu kurz, dann zu lang. Dann parkieren wir nochmal um in die windgeschützte Bucht beim Badestrand.
Wir installieren den Grill und sammeln Holz . Ab und zu kommt blauer Himmel durch die Wolken.Wir geniessen unsern ersten Abend im „Schärenmiljö“.
Freitag, 18. Juni 2010
Heute nacht fängt es an zu blasen, immer noch aus SW. Die Hilde wird ganz schön hin und her geschaukelt. Am morgen dreht der Wind auf WNW und nimmt zu. Blauer Himmel aber draussen hat es Wellen und weisse Schaumkronen. Der Wetterbericht hat Böen von 6-7 bft angeküdigt. Da bleiben wir lieber hier. In der windgeschützten Bucht ist es sommerlich warm. Das Thermometer zeigt in der Sonne über 30° und 18° Wassertemperatur. Badewetter! Alfred wagt es als erster, dann hüpft auch Ladina hinein und Dario wagt, nachdem er sicher ist, dass keine roten Quallen hat, einen Kopfsprung vom Boot aus.
Der Wind lässt nach. Wir schlagen ein Reff ein und machen die Hilde startklar. Nachdem wir aus der Bucht hinausgekreuzt sind, segeln wir hart am Wind, Kurs NNW, Ziel Vrangö. Nach all den Schwachwindtagen wird jetzt richtig gesegelt. In der Kajüte fliegt alles was nicht gut festgezurrt ist polternd hin und her und Duschen sind gratis.
Der Hafen von Vrangö ist schon recht voll. Die meisten liegen schon im Päckchen. Aber wir finden im privaten Teil noch ein grünmarkiertes Plätzchen. Alle sind sich einig, das war ein toller Segeltag!
Samstag, 19. Juni 2010
Die grauen Wolken verziehen sich bald. Eine leichte Brise weht aus NW. Der Himmel meint es gut mit uns und den Schweden und ihrer Prinzessin, die heute in Stockholm heiratet. Nachdem wir unsere Vorräte ergänzt und frischen Fisch für’s Nachtessen gekauft haben legen wir um 12 Uhr ab. Die letzten 10 sm bis Göteborg sind ja nur noch ein Katzensprung. Aber wie das so ist mit Tagen, die so perfekt beginnen, kommt dann alles anderst....
Wir legen ab und setzen Segel. Alfred übt sich als Einhandsegler. Alles klappt perfekt. Wir sausen mit achterlichem Wind an der Küste Vrangös entlang nach Süden.
Und plötzlich macht es BUMMs ... alle fliegen nach vorne .... Alfred hält eine abgebrochene Pinne in der Hand und starrt entsetzt auf das Motorboot, das sich frontal über Hildes Bug gestülpt hat. Der Motorbootfahrer stammelt etwas von .... „I am sorry... and will repair everything…” Wir versuchen das Motorboot wegzustossen … aber ohne Erfolg…. Segel runter….Motor springt natürlich nicht an…wir treiben manövrierunfähig auf die Felsen zu.
Dario hat eine Platzwunde am Kopf. Der Motorbootfahrer ist durch die Windschutzscheibe geflogen, blutet und ist vermutlich stockbesoffen ....
Ein anderes Motorboot kommt uns, nach langem Rufen und Winken zur Hilfe und schleppt uns wieder ins tiefere Fahrwasser. Aber auch die 2 Tyopen auf diesem Boot scheinen nicht mehr ganz nüchtern. Sind denn in Schweden alle Motorbootfahrer schon vor Mittag besoffen? Wir rufen die Notfallnummer 112 .... dann geht alles sehr schnell. Zuerst kommt der Seenotrettungskreuzer, dann die Coastguard. Darios Beule wird an Bord des Seetnotrettungskreuzers verarztet. Als er dann bleich und bleicher wird und es ihm schliesslich schwarz vor den Augen, wird er, begleitet von Ladina, highspeed mit 36 knoten ins Spital nach Göteborg zur Abklärung gefahren.
Die Hilde wird mit Alfred im Hafen abgesetzt und der Motorbootfahrer zur Blutprobe gebracht.
Später kommen dann Johann und Andreas von der Coastguard, um den Unfallhergang zu protokolieren. Fazit: wer Schuld hat ist klar: ein Motorboot muss einem Segelboot ausweichen und, dann kommt die Meldung, dass der Motorbootfahrer > 1 Promille im Blut hat. In Schweden bedeutet das „severely drunk“ Eine Kopie des Protokolls, wie von derVersicherung gewünscht, können sie leider nicht geben. Diese Information bleibt „classified“ bis ein Richter sie freigibt. Die beiden sind aber überaus hilfsbereit: Ein Anruf bei einer Werft in Öckerö - ca. 10 sm NW gelegen. Wir können die Hilde bringen. Später melden sie, dass sie die Versicherung angerufen und über den Unfallhergang informiert haben.
Darios Beule scheint auch nicht gravierend zu sein und wir beschliessen uns in Öckerö wieder zu treffen. Dario und Ladina mit dem Bus. Ich tuckere mit der Hilde nach Öckerö. Jonas von der Werft, die uns die Coastguards empfohlen haben, kommt den Schaden anschauen und vermittelt uns dann weiter an Göran von der Nachbarwerft. Der meint, dass sie das schon machen können aber wie lange es dauert, weiss er auch nicht. Vielleicht 1 Woche, vielleicht 2 Wochen. Er muss erst noch mit dem Vater sprechen.
Sonntag, 20 Juni
Ladina und Dario reisen ab. Telefon mit Annatina: Besser den Flug absagen. Ansonsten gilt erst mal „Abwarten & Tee Trinken“. Ich aktualisiere den Blog. Fülle die Schadensmeldung für die Versicherung aus,...
Am Abend schaut sich Göran die Hilde nochmals an und meint, dass er mindestens 3 Wochen für die Reparatur braucht. „All cosmetic“, meint der Hafenmeister, „warum flickst du das Boot nicht notdürftig und lässt es im Winter reparieren?“ Ja warum eigentlich nicht.
Skype mit Annatina. Der Ryanair – Schnäppchenflug ist immer noch zu haben.Vielleicht klappt’s dann doch noch.
Montag, 21 Juni
Als erstes skype ich mit der Werft in Kungsör, wo die Hilde ins Winterlager soll, und frage ob sie die Reparatur machen können....“Can do“...Weitere Telefonanrufe mit der Versicherung und dem Schadensurveyor Lars Eklund in Göteborg. Er verspricht gegen 11 Uhr vorbeizukommen.
Ich bringe die Hilde zur Werft. Dort wird sie aus dem Wasser genommen und aufgebockt für die Schadensinspektion.
Der Schaden wird aufgenommen, Göran soll einen Kostenvoranschlag machen und ein „Pflaster“ für die Hilde. Der Schadenexperte will morgen nochmal kommen und die Notreparatur begutachten.
Ich gebe Annatina & Christoph grünes Licht. Sie wollen morgen abend kommen.
Schweiz - Chile. „Hop Schwyz!“ – hilft leider nicht. Der Schiedsrichter verteilt viele gelbe und eine rote Karte. Die Schweizer geben ihr bestes, aber das reicht nicht. Chile gewinnt 1:0.
Plaudere ein bischen mit einem Angler im Hafen, der einen Fisch nach dem andern aus dem Wasser zieht. Ich packe zum ersten mal meine, letztes Jahr gekaufte Angel aus, und lasse mir zeigen, wie man Haken, Gewichte etc. befestigt. Ein Windstoss bläst die Gebrauchsanweisung für die Angel ins Wasser. Bis ich den Bootshaken geholt habe ist sie auf Nimmerwiedersehn ertrunken.
Göran hat mir ein Zimmer im Öckerö Maritime Center gebucht. Potz blitz, ein ganz schickes Zimmer mit Meerblick.
Dienstag, 22. Juni
Welch ein Luxus, mal wieder in einem Bett zu schlafen und zu duschen, so lange man will!!
Als ich nach einem feinen und reichhaltigen Frühstück hat die Operation von Hildes „Nase“ schon begonnen.
Ich mache mich auch an die Arbeit und dichte die Vorluke ab. Alles ein bischen „messy“. Immer wieder muss ich die schwarze, klebrige Dichtungsmasse dort wegputzen, wo sie nichts verloren hat.
Ich leihe mir das Werftvelo und fahre in den Supermarkt zum Grosseinkauf.
Um 3 Uhr kommt der Versicherungsexperte. Auch er staunt. Die Hilde hat jetzt ein schickes „Holzpflaster“ auf der „Steuerbord-Backe“. Sie wird wieder zu Wasser gelassen und ist wieder seetüchtig.
Gegen 20 Uhr treffen Annatina und Christoph ein. Z’nacht: Räucherfisch und Gschwellti.
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